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Neunter Teil: Die Wiedervereinigung des Geotops "Gipsschlotten" und die Wiedergeburt der "Gipsschlotten 2" (1. Halbjahr 2015)

01.01.2015:

Eine kurze Neujahreswanderung im unteren Lehrpfadabschnitt (bis Aufschluss 3 Wilhelmshöhe) hatte das Ziel zu kontrollieren, ob es nach dem Silvestertag Schäden an den Tafeln gab. Das war im kontrollierten Abschnitt nicht der Fall. Dafür wurde die Absperrung unterhalb des Geotops wieder aufgestellt und am Zaun befestigt, der Kalender 2014 am Plakat zum Tag des Geotops am Geotop "Gipsschlotten" entfernt, da eingerissen und der Aufschluss 3 an der Wilhelmshöhe wieder etwas freigeschnitten. Hier sind aber weitere Arbeiten nötig, weil in dem Anschnitt Laub abgelagert wurde. Der Anschnitt wird beim Reinigen des davorliegenden Platzes anscheinend als Kompost-und Abfallplatz genutzt!

Anschnitt verwachsen Anschnitt provisorisch freigeschnitten


08.01.2015:

Es geht gleich gut los im neuen Jahr im Lehrpfadgebiet! Der KSJ nahm sich den Abschnitt zwischen Übersichtstafel bis zum Weg unterhalb des Geotops "Gipsschlotten" vor: Es wurde dort ordentlich aufgeräumt und Astwerk beseitigt. Das hängt sicher damit zusammen, den Weg später als "mittleren" Zugang zum Baugebiet zu nutzen (wird dann auch später zum Geologischen Lehrpfad gehörend). Es soll ja in Zukunft drei Zugänge geben: einen direkt zum Fuchsturmweg über den früheren Zugang zum Aufschluss 1 a (als Treppenanlage geplant), den hier beschriebenen unteren zum Zick-Zack-Weg und der obere Zugangspfad über das Geotop. Letztere zwei werden dann später dem Verlauf des Geologischen Lehrpfades folgen. Weiter unterhalb am Fuchsturmweg (etwa gegenüber Aufschluss 1 a) wurden ebenfalls einige Sträucher/kleinere Bäume entfernt und ausgeästet.Das sind auch die Ausgleichsflächen für das zukünftige Baugebiet, die nun immer gepflegt werden müssen.

Der zukünftige untere Zugangsweg gesäuberte Fläche an der Übersichtstafel


10.01.2015:

Kontrollgang am Ersten Geologischen Lehrpfad: Wieder gaben Winterstürme den Anlass nun endlich auch einmal wieder bis zum Ende des Lehrpfades zu wandern. Einige Äste waren insbesondere im Bereich der Steinmale wegzuräumen. Sonst gab es keine größeren Schäden. Es hatte auch mehr die Südseite des Hausberges getroffen, wo schon einige größere Äste teilweise den Weg versperrten. Neu waren auch Wegearbeiten am Wirtschaftsweg, wo der anstehende Muschelkalkfelsen vom Geröll befreit wurde. Dadurch wurde auch der Weg zu den Steinmalen vom Wirtschaftsweg aus im unteren Bereich etwas beschädigt.

14.01.2015

Es gibt überraschende und bahnbrechende Neuigkeiten zu den "Gipsschlotten 2", die ich während einer Ortsteilratssitzung in der Grünen Tanne erfuhr. Dort tagte der Ortsteilrat Wenigenjena zum Abwägungsbeschluss zum 2. Entwurf für die Änderung des Bebauungsplanes "Hausbergviertel". Zunächst war ich gespannt, ob meine im September bei der Bürgerbeteiligung eingereichten Vorschläge erwähnt würden. Ich hatte aber im Vorfeld keine Informationen wie die Verwaltung auf meine Vorschläge reagiert hatte. Die meisten anderen Teilnehmer an dieser 7. Sitzung des Ortsteilrates hatten auch keine Textfassungen von der Stadtverwaltung vorliegen. So war ich schon sehr überrascht von der Problematik der "Gipsschlotten 2" mit als wichtigsten Hauptdiskussionspunkt von der Ortsteilbürgermeisterin zu erfahren! Sie wies darauf hin, das diese Gipsschlotten unbedingt zu erhalten seinen und forderte die Stadtverwaltung auf, dieses im Abwägungsbeschluss viel deutlich als bisher vorgenommen, zu berücksichtigen. Ich wies noch einmal darauf hin, das die neu entdeckten Gipsschlotten dieses Mal im Planungsgebiet lägen und man sich nicht wie bei Geotop "Gipsschlotten" in der 1. Abwägung 2011 geschehen, mit der Begründung, diese würden außerhalb des Plangebietes liegen, ausreden könnte. Glücklicherweise konnte der spätere Erhalt der "Gipssschlotten 2" aber durch K I J, K S J und Verwaltung bestätigt werden, da diese ja ohnehin in einem geschützen Gehölzbestand liegen würden. Damit wären sie aber noch nicht vollständig gesichert, da es ja beim Abriß des Gartenhauses zu Beschädigungen kommen könnte. Durch meine rechtzeitige Kontaktaufnahme mit KSJ, auch vor Ort, konnte ich diese Bedenken aber entkräftigen. Zum Schluß bekam ich noch Unterstützung vom NABU Kreisverband Jena e.V. durch die Kreisvorsitzende Frau M. Ziegler Ditschler. Sie gab zu bedenken, ob bei der späteren Bauausführung dieser Bereich durch die zukünftigen Eigentümer dieses "Geotop" dann auch tatsächlich erhalten würde? Frau Ditschler hätte da in der Vergangenheit schon schlechte Erfahrungen in einem ähnlichen Fall gemacht. Ein entsprechender Schriftverkehr zu dieser Sache erfolgte anschließend durch den NABU und den Fachbereich Stadtentwicklung/Stadtplanung (Frau Rietz) an den Fachdienst Umweltschutz Frau Günther. Es wird nun wohl eine fachliche Auseinandersetzung zum Schutz dieses geologischen Aufschlusses in Form einer Stellungnahme folgen.

16.01.2015:

Hier zunächst meine am 1.9. 2014 eingereichten Stellungnahmen den Geologischen Lehrpfad betreffend (Hinweise/Anregungen und meine Anmerkungen dazu in rot):

Belang Nr. 12

Hinweis: Gartenschuppen südwestlich des Geotops Gipsschlotten abbrechen, um die dahinter befindlichen [weiteren] Gipsschlotten zumindest visuell in das Geotop einzubeziehen

Der Hinweis wird zur Kenntnis genommen. Das betreffende Areal befindet sich außerhalb des Geltungsbereiches der Planänderung, jedoch im Gebiet des bestandskräftigen Bebauungsplanes „Hausbergviertel“ von 1939. Da ein Abbruch der Gartenlaube und die Sichtbarmachung der zusätzlichen Gipsschlotten dem Inhalt des bestandskräftigen Bebauungsplanes nicht widerspricht, besteht aus stadtplanerischer Sicht kein Handlungsbedarf.

Anmerkung: Widerspricht also nicht dem Bebauungsplan Hausbergviertel - aber es besteht trotzdem kein Handlungsbedarf! Wer soll es dann machen? Das kann aber auch ohne Kosten ehrenamtlich in Eigenregie durchgeführt werden. Die Notwendigkeit wurde bereits in der Vergangenheit hinreichend begründet (Schaffung eines Verbindungsweges zum Fußweg in Verlängerung der Planstraße B und Erlebbarkeit des Geotops /"Erlebbarkeit" des zukünftigen Straßennamens)

Belang Nr. 13

Hinweis: ehemalige Gartengrundstücke ober- und unterhalb des Geotops "Gipsschlotten" renaturieren

Der Hinweis wird zur Kenntnis genommen. Das betreffende Areal befindet sich außerhalb des Geltungsbereiches der Planänderung, jedoch im Gebiet des bestandskräftigen Bebauungsplanes „Hausbergviertel“ von 1939. Da eine Renaturierung der zwischenzeitlich brach gefallenen Gartenparzellen dem Inhalt des bestandskräftigen Bebauungsplanes nicht widerspricht, besteht aus stadtplanerischer Sicht kein Handlungsbedarf.

Anmerkung: (siehe auch Nr. 12) Wenn kein Handlungsbedarf besteht wer macht es dann? Also alles der Natur überlassen und den unschönen Anblick (auch Gefahrenquelle?) dann so belassen ?

Belang Nr.14

Anregung: Anlage eines zusätzlichen Lesesteinhaufens auf dem Flurstück 193/2 als weitere Ausgleichsmaßnahme

Der Anregung wird nicht gefolgt. Auch bei naturschutzfachlichen Maßnahmen ist das Gebot eines sparsamen Mitteleinsatzes zu beachten. Die angeregte weitere Ausgleichsmaßnahme ist in ihrer Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit nicht hinreichend belegt.

Anmerkung: Der Lesesteinhaufen ist zum Teil schon vorhanden und könnte kostenlos (ehrenamtlich!) aus Steinen der Umgebung noch vergrößert bzw. aufgefüllt werden. Muss denn eine solche Naturschutzmaßnahme in ihrer Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit hinreichend belegt und begründet werden??? So eine Antwort kann nur ohne ausreichende Hintergrundkenntnisse von einem Schreibtisch der Verwaltung aus formuliert worden sein!

Belang Nr. 15

Anregung: Erhalt der in der geschützten Baumgruppe unterhalb des Wendehammers der Planstraße B befindlichen „Gipsschlotten 2“

Der Anregung wurde bereits gefolgt. Die Lage in einer zum Erhalt festgesetzten Gehölzstruktur steht einem Erhalt dieser Gipsschlotten nicht entgegen.

Anmerkung: Das ist gut aber es könnte Probleme beim Abriss des Gartenhauses und beim späteren Eigentümer des Grundstückes geben?

Dazu gibt es aktuell Termine gerade diesen Belangpunkt zu prüfen um den Erhalt dieser Gipsschlotten 2 in Zukunft dauerhaft zu sichern (siehe Schriftverkehrsauszug unten).

Belang Nr. 16

Hinweis: den Ersten Geologischen Lehrpfad von Jena so um verlegen, dass er durch die Gipsschlotten hindurchführt, eventuell mit einem Stich zu den „Gipsschlotten 2“ am Ende der Planstraße B

Der Hinweis wird zur Kenntnis genommen. Der Verlauf geologischer und anderer Lehrpfade ist nicht Gegenstand von Bebauungsplanfestsetzungen. Die „Gipsschlotten 2“ befinden sich im Bereich einer zum Erhalt festgesetzten Gehölzstruktur. Diese Vermeidungsmaßnahme beinhaltet den Ausschluss jeglicher Beeinträchtigungen der Fläche und somit auch der Anlage eines Stichweges, zumal dieser eine steile Böschung durchqueren müsste und daher nur mit erheblichen Eingriffen in den Bestand herzustellen wäre.

Anmerkung: Ist korrekt. Das würde ich ja auch ehrenamtlich machen (gilt nur als Information damit später niemand sagt man wusste es nicht, wenn zum Bsp. Markierungsarbeiten anstehen und Wegweiser angebracht werden). Der Stichweg war ja auch nur eine eventuelle Idee. Die Machbarkeit wäre ohnehin während der Baumaßnahme zu prüfen. Das eigentliche Problem ist die spätere Zugänglichkeit und Pflege des geologischen Aufschlusses/Geotops auf Privatgrund (siehe als Beispiel Aufschluss 1 a "Übergang") !

Weitere zwei Hinweise zum Anlegen des Verbindungsweges vom Geotop "Gipsschlotten" zur Planstraße B und zu den schon 2011 genannten Straßennamensvorschlägen wurden mit der gleichlautenden Formulierung wie 2011 beantwortet (s. Chronik Teil 6, 18.11.2011).

Quellennachweis der Auszüge :

https://sessionnet.jena.de/sessionnet/buergerinfo//vo0050.php?__kvonr=6583&voselect=6601 (Anlage 5: Abwägungstabelle zur Bürgerbeteiligung zum 2. Planentwurf - Belange der Grünordnung, Flora und Fauna, Lfd. Nr. B 03)

Auszüge aus dem Schriftverkehr von Frau Rietz (Fachbereich Stadtplanung/Stadtentwicklung) an Frau Günther (Fachdienst Umweltschutz):

... im Ergebnis der Sitzung des Ortsteilrates Wenigenjena am 14.01.2015 und zugleich in Vorbereitung der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 22.01.2015 ist die Stadtverwaltung gebeten worden, das von Herrn Conrad Linde vorgetragene Anliegen, weitere Gipsschlotten im Gebiet "Hausbergviertel" zu erhalten, nochmals zu prüfen und ggf eine gemeinsame Ortsbesichtigung mit Herrn Linde durchzuführen. Sämtliche Gipsschlotten befinden sich im Geltungsbereich des übergeleiteten Bebauungsplanes "Hausbergviertel", teilweise auch im Geltungsbereich der derzeit erfolgenden Planänderung. In der Sitzung des Ortsteilrates referierte Herr Conrad Linde über die Bedeutung der "Gipsschlotten 2" und bat um Unterstützung bei deren Erhaltung während der derzeitigen Beräumungsarbeiten (was durch KSJ zugesichert wurde) sowie anschließend auf Dauer. Hierzu ergänzte Frau Ziegler-Ditschler vom NABU, dass eine private Nutzung von Flächen mit Gipsschlotten (was auf die so genannten "Gipsschlotten 2" zutrifft) deren Erhalt gefährde. Durch den Ortsteilrat wurde die nochmalige Prüfung des Anliegens angeregt. Deshalb bitten wir Sie, zur Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 22.01.2015 den Umgang mit diesem Thema darzulegen und empfehlen dabei eine vorherige Rücksprache mit Herrn Linde. ...

Wie sehr erinnert mich das an den damaligen Schriftverkehr zur Unterschutzstellung vom Geotop "Gipsschlotten" aus den Jahren 1992 bis 1998... Siehe die entsprechenden Chroniken Teil 2 und Teil 3!

22.01.2015:

Die Problematik mit der Erhaltung der "Gipsschlotten 2" hat es nun bis in den Stadtentwicklungsausschuss geschafft:

Der Stadtentwicklungsausschuss im Plenarsaal des Jenaer Rathauses befasste sich neben anderen Themen auch mit der Abwägung zur 2. Bürgerbeteilung zum Thema Hausbergbebauung. Dabei wurde auch von Frau Haschke der Erhalt der neu entdeckten "Gipsschlotten 2" angesprochen. Anschließend gab es außerhalb der Sitzung ein kurzes Gespräch mit Frau Günther und Herrn Rüster vom Dezernat Umwelt und K I J. Das Umweltamt (Herr Julich) war auch schon am Tage zuvor vor Ort und hatte Fotos gemacht. Der Erhalt der "Gipsschlotten 2" vom späteren Eigentümer des Grundstückes würde per Gesetz dem Eigentümer auferlegt. Die neu entdeckten Gipsschlotten wären auch angeblich vorher schon bekannt gewesen (!) und lägen deshalb (zufällig !) in dem geschützten Gehölz. Das war mir aber ganz neu! Außerdem sprach ich noch einmal die Zuständigkeit an, wer für den Abriß der drei Gartenhäuser, die sich außerhalb des Bebauungsgebietes im Umfeld vom Geotop "Gipsschlotten" befinden, verantwortlich wäre? Die K I J planten noch in diesem Jahr diese Hütten abzureisen (durch den Komunalservice, da ÜAG und IB könnten das nicht mehr machen können).Sie würden dann in einem parkähnlichen Gelände liegen. Ich brauchte (und sollte) mich nicht darum kümmern oder eine persönliche Vorabsprache mit dem Eigentümer KIJ vorher führen, was evtl. schon vorbereitet werden könnte (betrifft Abriß Gartenschuppen am Geotop). Außerdem würde dann später ein Verbindungsweg zu den Gipsschlotten in Form eines Wanderweges ("Trampelpfad") entstehen.

24.01.2015:

Beschreibung des Ersten Geologischen Lehrpfades aktualisiert: In der Beschreibung wurden längst fällige Informationen zu den "Gipsschlotten 2" und zum zukünftigen Aufschluss 5 "Marienblick" hinzugefügt. Eine spätere Ergänzung dieser Beschreibungen durch Bilder und weitere Informationen wird folgen.

28.01.2015:

Eine Filmsequenz bei Jena-TV wurde schon am 21.1.2015 gesendet. Der Text dazu lautete:

"Das Bild des Hausberges hat sich in den letzten Monaten stark verändert. Wo einst Kleingärten standen, rollen nun Baufahrzeuge. Die Fläche wird geräumt, um Platz für Eigenheime zu schaffen. Die Gartenidylle wurde allerdings schon vor Jahren getrübt. 2011 beschloss der Stadtrat, dort Bauland zu schaffen. Im letzten Jahr mussten auch die letzten Pächter weichen. Der Kommunalservice bereitet jetzt die Baumaßnahmen vor."

(Quelle: Jena-TV)

Im Filmbeitrag wurde aber auch von einem "löchrigem Kalkhang" gesprochen. Das dieses Gebiet "löchrig" ist, beweisen nicht nur die klassischen Gipsschlotten am nördlichen Rande des Baugebietes, sondern auch die "Gipsschlotten 2" direkt im Baugebiet. Von Kalk kann da aber keine Rede sein. Laut Beitrag soll der Abriss der Gartenhäuser bis März abgeschlossen sein. Jetzt heißt es aber aufpassen, das es den "Gipsschlotten 2" nicht doch noch an den Kragen geht! Für das Mitteilungsblatt des Thüringischen Geologischen Vereins wird ein Beitrag zu dieser Problematik vorbereitet.

Beitrag Jena TV 21.1.15


31.01.2015:

Der Abriss schreitet weiter fort: Mit schwerer Raupentechnik werden die Abrissarbeiten der Bungalows im Baugebiet fortgesetzt! Zur Zeit ist der Bereich in der späteren Planstraße B ("An den Gipsschlotten") und oberhalb der "Gipsschlotten 2" im nördlichen Teil dran. Bis nahe an das Gartenhaus oberhalb vom Geotop sieht man schon die Raupenspuren (siehe Bilder). Dabei wurde auch die eibengesäumte Natursteintreppe beseitigt. Das war aber kein schützenswertes Objekt. Dieser Bereich liegt schon randlich bzw. teilweise knapp außerhalb des Planungsgebietes. Es besteht die Annahme, dass das Gartenhaus nun auch zeitnahe dem Bagger weichen wird. Also wird es nichts aus dem "Infopunkt", dessen Text auch kaum noch zu sehen ist (siehe Bild vom 13.07.2014 in dieser Chronik). Das ist besser so. Diese Idee wäre auch später nicht realisierbar gewesen (Schandfleck). Das Plakat zum Tag des Geotops 2014 wurde am Gartenschuppen direkt im Bereich vom Geotop "Gipsschlotten" entfernt. Es war auch keine Schönheit mehr. Der liegende Stammrest des Markierungsbaumes am Ende der Schleendorfer Straße/Am Gänseberg (siehe Eintrag vom 04.09.2014 in dieser Chronik) war entfernt wurden.

Blick zur Hütte Blick von der Hütte


04.02.2015:

Schneller als je gedacht war das Erste der drei Gartenhäuser, die knapp außerhalb des Baugebietes liegen, verschwunden! Noch wenige Tage zuvor konnte ich es das letzte Mal aufs Bild bringen (Bilder siehe oben). Der "Infopunkt" ist damit verschwunden und der Blick wird nun zum Geotop "Gipsschlotten" fast ungehindert frei. Nun wird es sicher nicht mehr lange dauern und die andere(n) Hütten könnten auch ins Jenseits befördert werden. Das wäre dann für das Geotop "Gipsschlotten" ein großer Schritt nach vorn in Bezug auf die Erweiterung und Anbindung an den neuen Fußweg. Nun kann man sogar vom Geotop "Gipsschlotten" bis zu der Baumgruppe (Kiefern) nahe der "Gipsschlotten 2" sehen (rechtes Bild, obere Reihe ca. Bildmitte oben)! Auch am Burgweg geht es zügig weiter. Zwischen den beiden Planstraßen soll ein Parkplatz entstehen. Dafür wird die Böschung abgetragen. In den dabei anstehenden fossilfreien Gipsen der Salinarrötfolge scheinen auch mit Lehm gefüllte Gipsschlotten aufzutreten. Das wird aber noch zeitnahe untersucht (siehe Seite Aufschlüsse Burgweg - Beitrag vorbereitet).

Jetzt fast ungehinderter Blick auf die Gipsschlotten Blick von den "neuen" Gipsschlotten Nun fast ungehinderter Blick von den Gipsschlotten Fundamentreste des ehemaligen Gartenhauses


07.02.2015:

Die Ereignisse im Umfeld vom Geotop "Gipsschlotten" überschlagen sich fast! Nun soll auch die Hütte über den "Gipsschlotten 2" abgerissen werden. Diese Information bekam ich netterweise vom K S J per Mail mitgeteilt:

.....Es ist soweit. Der Bereich um die zu schützenden Gipsschlotten wird nun bald abgebrochen.......

Grund genug da schnell noch einmal vor Ort nachzuschauen und noch das selbstgemachte Naturschutzschild, welches ich im vergangenen Sommer an der Hütte befestigte, für das "Museum" zu sichern. Auch ein paar letzte Erinnerungsbilder wurden angefertigt.

Ich bedankte mich für den Hinweis und versprach dann vor Ort zu sein um dem Verantwortlichen entsprechende Hinweise geben zu können. Außerdem informierte ich die Ortsteilbürgermeisterin Frau Haschke, die wiederum mir folgende Antwort sendete:

......Na, schön, dass der Kontakt jetzt funktioniert und das "Gipsschlottenbiotop" dank Ihres Engagements geschützt wird.......

Richtig muss es allerdings "Gipsschlottengeotop" statt -biotop heißen. Im Grunde genommen ist es aber eine Mischung aus Biotop (Baumgruppe) und Geotop (Gipsschlotten).

09.02.2015:

Endlich war es auch soweit: Das "Gipsschlotten 2 Haus" wurde abgetragen! Und wie schon vermutet, gab es die darunter jahrzehntelang verborgenen Gipsschlotten nun endlich frei! Es handelt sich zum einem um einen zungenartig aus dem Hangbereich hervortretenden Gipsfelsen und eine weitere offenbar nicht isolierte Schlotte, die leider an der Oberfläche schon in der Bauzeit des Gartenhauses zu Schotter verarbeitet wurde. Damit wollte der Erbauer der Hütte den Holzüberbau vor Feuchtigkeit schützen. Der vorher an der Vorderseite der Hütte zu sehende Ausbiss des Felsens ist aber erhalten. Nach Wegnahme des Bauschuttes und des Schotters wird man erst das Ausmaß der Gipsfelsen sehen können. Mit dem Verantwortlichen von KSJ war ich vor Ort und bat ihn auch um den Abriss der Hütte direkt am Geotop. Er wollte sich nach Nachfrage auch darum kümmern. Daraufhin bereitete ich in einer Gewaltaktion die Hütte am Geotop für den Abriss vor! Eine Gartenbank wurde im Bereich des Geotops aufgestellt, die Bank direkt an der Hütte versetzt und alle Aushänge (GL Zeichen, Plan, Hinweise) von der Rückseite der Hütte entfernt. Noch diese Woche hoffe ich auf den großen Tag der Erweiterung des Geotopes "Gipsschlotten" und der vollständigen Zugänglichkeit. Auch die Holzreste und der Zaun einschließlich der Betonsäulen sollen mit entfernt werden. Für den Abrissbagger sicher eine Kleinigkeit und in wenigen Augenblicken geschehen. Ein älteres Zeitdokument (2 x die "Volkswacht" Lokalausgabe Jena von Ende 1960) und ein kleines Geweih fielen mir übrigens noch im Abrissschutt/Schotter direkt am Gipsfelsen der "Gipsschlotten 2", Aufschluss 2a des Ersten Geologischen Lehrpfades von Jena in die Hände! Man darf sehr gespannt sein wie es dort weiter geht.

Die Gipsschlotten kommen an das Tageslicht! Gipsschlotten 2 - Die Wiedergeburt !


10.02.2015:

Nun ist es soweit: Der große Tag für die "Gipsschlotten 2" ist gekommen: Die Wiedergeburt der "Gipsschlotten 2"! Heute konnten die ersten Umrisse freigelegt werden. Nach weiterer Freilegung und Beräumung von Restmaterial des Bungalows wurde der Umfang der Gipsschlotten schon recht deutlich sichtbar. Die Arbeiten werden dort fortgesetzt. Meine Bemühungen um den Schutz dieses geologischen Aufschlusses hatten sich gelohnt. Für das benachbarte Geotop "Gipsschlotten" wird der große Tag aber noch kommen! Der Bagger stand hier auch schon direkt vor der maroden Gartenhütte - ein untrügliches Zeichen das es bald mit dem Abriss losgeht (siehe linkes Bild unten). Die Aktivitäten werden zeitnahe verfolgt und dokumentiert!

Gipsschlotten 2: Die Umrisse werden sichtbar Bereits unter dem Schotter freigelegte Gipsfelsen Nun heißt es "Abschied nehmen!"


11.02.-12.02.2015:

Der erste Traum ist in Erfüllung gegangen: Das Geotop "Gipsschlotten" ist nach nach ca. 50 Jahren wieder vereint!

Das heißt, der bisher unzugängliche Teil, die westliche "Spitze" des Geotops, gehört wieder zum Aufschluss dazu. Im Gesamtbild ist nun eindeutig zu erkennen, dass der hintere Schlottenteil mit der "Bugschlotte" wohl ursprünglich im spitzen Winkel in den Hangbereich einmündete. Die nun deutlich zu sehende Lücke ist wahrscheinlich beim Bau der Gartenhütte entstanden. Von der Ausbildung her setzt sich der am westlich gelegene Gipsfelsen in gerader Linie in der Bugschlotte des hinteren Schlottenteiles fort.

Das Geotop "Gipsschlotten" ist nun vollständig sichtbar und begehbar !

Hier kurz zusammengefasst die Ereignisse dieser beiden historisch wichtigen Tage für den Ersten Geologischen Lehrpfad von Jena:

- Abriss der Hütte am 11.2.2015 durch den Kommunalservice Jena

- Abtransport des Schuttes und des Drahtzaues im Bereich des Geotops am 12.2.2015 durch den Kommunalservice

- Grobe Reinigung der Fläche und Wegnahme der Abgrenzung der "neuen" Schlotten sowie der Leiter am Hang (ehem. "Arbeitsweg").

Die untere Abgrenzung ("Penjeshecke") wurde beseitigt und der Drahtzaun im Bereich zum angrenzenden Geotop abgemacht. Nun stehen nur noch die Betonsäulen, die aber zeitnahe auch noch entfernt werden sollen. Die Feinarbeiten zum weiteren Freilegen der "neuen" Gipsschlotten und zur Planierung des Geländes (Erdausgleich des ehemaligen Schuppenstandortes) werden zeitnahe fortgesetzt. Eine provisorische Abgrenzung zur Baustelle unterhalb wird durch die Mitarbeiter des KSJ noch vorgenommen (Absperrband). Noch während der Restarbeiten am Geotop durch den KSJ und mich konnten die ersten Besucher des nun kompletten Geotops beobachtet werden: Es war eine Kindergruppe des Kindergartens "Fuchsturmweg".

Und noch etwas geschah in diesen Tagen: Im 2. Abwägungsbeschluss zur Hausbergbebauung entdeckte ich eine aktuelle Ergänzung in einem Austauschblatt zu meinem Antrag Nr. 15 (s. 16.1.15 in dieser Chronik):

Anregung: Erhalt der in der geschützten Baumgruppe unterhalb des Wendehammers der Planstraße B befindlichen „Gipsschlotten 2“. Der Anregung wurde bereits gefolgt. Die Lage in einer zum Erhalt festgesetzten Gehölzstruktur steht einem Erhalt dieser Gipsschlotten nicht entgegen. In die Maßnahmenbeschreibung der Vermeidungsmaßnahme V2 wird der „Erhalt der geologischen Formation (Gipsschlotten 2)“ aufgenommen.

Der Bagger kurz vor dem Augenblick! Wie einst die Titanik zerbrach die Hütte! Nach wenigen Sekunden blieb nur noch ein Haufen Schutt übrig! Der erste Anblick ohne Hütte! Der Kommunalservice in Aktion! Der neue Bereich wird von den ersten Besuchern schon inspiziert! Die westliche Schlottenspitze ist nun frei! Ungewohnter Anblick vom Weg


14.02.2015:

Sehr viel ist an diesem Tag passiert. Er wird nachhaltig in Erinnerung bleiben ! Zunächst zusammengefasst die Ereignisse:

"Geotop Gipsschlotten":

- Ausgraben und Umlegen der zweiten Betonsäule

- Herstellung einer provisorischen Absperrung entsprechend des Planes zur Erweiterung des Geotops auf Höhe des Sauerkirschbaumes (der durch die vorherigen Baggerfahrten sehr in Mitleidenschaft gezogen war)

- Anbringen von Schildern: der bereits früher an der Hütte befestigte Plan zur Erweiterung des Geotops, ein Hinweisschild welches auf die angrenzende Baustelle hinweisen soll: "Betreten verboten- Stop kein Wanderweg !"

"Gipsschlotten 2":

- Weiteres Freilegen einer Schlotte die noch von Schutt bedeckt war: Dabei erlebte ich eine Überraschung! Nach Wegnahme des Schuttes (Gips und Bauschutt) kam eine herzförmige Struktur zum Vorschein! Ich traute zunächst meinen Augen nicht !

- Abgrenzung des Bereiches mit Schlottenbildungen mit kleinen Pfählen. Es ergibt sich nun folgendes Bild: Nach normaler Abfolge von Fasergips im nördlichen Anschnitt beginnen die Schlottenbildungen am Hanganschnitt. Ein vorgelagerter Block (?) kennzeichnet den Anfang des Bereiches. Im Fundamentbereich des ehemaligen Gartenhauses befindet sich eine stark abgerundete isolierte Gipsschlotte. Im weiteren Abschnitt tritt die herzförmige isolierte Gipsschlotte auf. Diese hatte wohl ursprünglich die gleiche Höhe wie die nachfolgende zungenförmig hervortretende Gipsschlotte. Diese wurde später entsprechend dem Gartenhaus rechtwinklig abgebaut. Danach beginnt ein Bereich, der anthropogen stark verändert wurde - das heißt der Gipsfelsen wurde mit einer Betontreppe überbaut (?). Weitere Hangschlotten schließen sich dann bis zum südlichen Ende an. Ob unter der Betontreppe u.a. noch weitere Gipsschlotten vorkommen, kann erst nach Wegnahme dieser Betonreste (einschließlich der Metallpfosten) festgestellt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt kann man nur vom Vorhandensein von Hangschlotten in diesem sich südlich anschließenden Bereich ausgehen. Eine genaue Ausmessung und Kartierung der "Gipsschlotten 2" folgt noch. Die Freilegungsarbeiten werden zeitnahe fortgesetzt.

- Herrn Frank Döbert von der OTZ Lokalredaktion konnte ich am Geotop antreffen. Gemeinsam wurden die beiden Aufschlüsse besichtigt. An den "Gipsschlotten 2" wurden noch Reste einer "Junge Welt" Zeitung vom 25. September 1958 als Geschichtsdokument gefunden und gesichert. Danach entstand der unten verlinkte Artikel:

16.02.2015:

http://jena.otz.de/web/jena/startseite/detail/-/specific/Nur-die-Spitze-des-Eisbergs-am-Hausberg-gefunden-955991341 (Korrekturen: Greifbergstraße statt Kirchbergstraße und die Volkswacht stammte aus dem Jahr 1960)

Zunächst ein paar Bilder vom Geotop "Gipsschlotten":

Blick von Osten auf das nun unverbaute und vereinigte Geotop Blick von Westen auf das wiedervereinigte Geotop Aus Anlass der Wiedervereinigung wurde eine "GL Bank" gesponsert Blick auf die erweiterte Fläche des Geotops Detail der unteren Abgrenzung zur Baustelle Noch ist es aus Verkehrssicherungsgründen nicht gestattet die Baustelle zu betreten


"Gipsschlotten 2":

Blick auf das Herz von der zukünftigen Straße Detail der Herzgipsschlotte Herzgipsschlotte Blick von unten Herzgipsschlotte kurz vor der vollständigen Freilegung Hangschlotten mit Dolomitblock (Tenuisbank) Der zukünftige "Schlottenwächter"


Der nördliche Bereich mit Erklärungen Der südliche Teil mit Erläuterungen


17.02.2015:

Auf Grund der Datenfülle und der bisherigen Ereignisse im Jahr 2015 wurde ein neunter Teil der Chronik hinzugefügt. Eine Kurzbegehung der Ausgrabungsstelle zeigte allerdings auch aktuell ganz andere Seiten: Eine sehr gut für die Ausgrabungen geeignete Schaufel (im Bild oben unten rechts zu sehen) wurde entwendet! Das ist sehr schade. Sie hatte auch schon ein entsprechendes Alter und wurde früher als Koksschaufel benutzt. Sie war mein Privatbesitz und stammte nicht aus den dort vorgefundenen Werkzeugen. Der "Entwender" wird doch bitte gebeten diese wieder dort abzustellen. Danke!

Noch am gleichen Tag wurde der Bereich links von der herzförmigen Gipsschlotte von Geröll und Bauschutt befreit. Die Abtragung erfolgte bis zum anstehenden Mergelstein. Ob sich darunter weitere Gipsfelsen befinden, wird eine später folgende Grabung in diesen Lockergesteinen zeigen. Zwischen der evtl. isolierten Schlotte links und der Herzschlotte kam dabei noch eine kleine Schlotte (oder ein Block ?) zum Vorschein.

Wie werden die Arbeiten an beiden Aufschlüssen nun weitergehen?

Es ist geplant zunächst den groben Schutt im Bereich der "Gipsschlotten 2" noch weiter abzutragen. Dann erfolgt eine genauere Vermessung. Erst nach dem Entfernen der Betonreste werden dann die Freilegungsarbeiten dort fortgesetzt. Am Geotop werden zunächst die Betonsäulen in den Bereich der Baustelle befördert, damit diese dann auch noch abtransportiert werden können. Die dritte Säule im Bereich der Geotopfläche muss noch ausgegraben werden. Alle anderen Reste des Zaunes (Betonsäulen am Hang und Zaun zur Abgrenzung der Fläche) bleiben erhalten. Insbesondere die zuletzt genannten Zaunreste (und Betonsäulen) des ehemaligen Grundstückes ersetzen ja das Geländer zum Steilhang. Es folgt dann die Freilegung der Gipsschlotten im Bereich der hinzugekommenen westlichen Schlottenspitze und der Ausgleich im Bereich des ehemaligen Schuppenfundamentes. Am Geotop sind das alles Arbeiten die sehr zeitnahe bis Ostern realistisch erledigt werden können. Der Verbindungsweg zur zukünftigen Verlängerung in die Planstraße B ("An den Gipsschlotten") kann erst nach Herstellung der Straßen und Wege in Angriff genommen werden. Dann wird auch der Erste Geologische Lehrpfad in diesem Bereich umverlegt. Das wird wohl vor 2016 nicht in Angriff genommen werden.

19.02.2015:

Noch während der Fortsetzung der Arbeiten am Geotop "Gipsschlotten" (dritte Säule ausgraben, Transport der Säulen zur Grenze des erweiterten Geotops und Nutzung dieser als Absperrung zur Baustelle) kam der Kommunalservice und stellte etwas unterhalb einen Bauzaun und ein Verkehrsschild auf. Nun ist die Abgrenzung zur Baustelle auch für Radfahrer(!) gleich zwei Mal deutlich erkennbar. Beim Ausgraben der Betonsäule gab es wieder einen Fund aus den Anfangszeiten des Ersten Geologischen Lehrpfades: einen Hämatit aus dem Thüringer Wald von einem meinen damaligen AG-Schüler dort 1986 hinterlegt.

Im Stadtentwicklungsausschuss wurde der B-Plan (2. Abwägungsbeschluss) zur Hausbergbebauung mit knapper Mehrheit abgesegnet. Frau Haschke erwähnte dabei noch einmal die Bedeutung des neu entdeckten Aufschlusses "Gipsschlotten2" im Baugebiet unterhalb der Planstraße B am Wendehammer.

Für den Abtransport bereit Blick auf die doppelte Begrenzung zur Baustelle

Die doppelte Abgrenzung Detail Blick von unten auf das unverbaute Geotop


21.02.-22.02.2015:

Wieder gab es zwei ereignisreiche Tage am Ersten Geologischen Lehrpfad von Jena. Hier kurz zusammengefasst die Ereignisse:

Geotop "Gipsschlotten":

- weiteres Freilegen von etwa 50 % der westlichen Spitze: Es kamen sehr interessante Lösungsformen zum Vorschein.

- Einebnen des ehemaligen Standortes des Schuppens und Angleichen an das Niveau mit der Fläche des alten Schlottenteiles (Beseitigung der Stufe).

- Probeschurf zwischen der neu freigelegten Hangschlotte und den noch isolierten Schlottenteilen am westlichen Ende. Hier konnte nach ca. 40 cm auf das Anstehende gestoßen werden. Interessant waren gelbliche Sedimente, wie ich sie auch schon an den Gipsschlotten 2 beobachtete.

- Besondere Funde gab es nicht, aber viel Siedlungsmüll.

"Gipsschlotten 2":

- Vollständige Beräumung des groben Schotters

- Beginn mit den Freilegungsarbeiten in "gelben Sedimenten"

- überraschendes Freilegen einer kleinen Schlotte (Rinne) im Bereich der Herzschlotte

- Aufbrechen des Betones im sich südlich anschließenden Bereich der "Gipsschlotten 2" durch KSJ. Darunter sah ich ebenfalls Gipsfelsen. Dieser Bereich muss aber noch beräumt werden.

- Sichern einer großen Marmorplatte evtl. für spätere Zwecke der Dokumentation aus der unmittelbaren Umgebung.

- zwei Metallfunde (alter Schusterhammerkopf und ein unbekanntes kreuzförmiges Eisenteil) wurden im tieferen Sediment beim Freilegen gefunden. Eine genaue Bestimmung des einen Eisenteiles steht noch aus.

- Kartierung und Markierung der drei sich nördlich anschließenden kleinräumigen isolierten Gipsschlotten (in Richtung Geotop)

 

Bilder Geotop "Gipsschlotten":

Blick auf den Bereich mit den neusten Freilegungen der Gipsschlotten im nun zugänglichen Bereich Ansicht der Westspitze Probeschurf zum Auffinden des anstehenden Gipses

Detail des Übergangs von alt nach neu


Bilder "Gipsschlotten 2":

Blick auf die "Ausgrabungsstätte" (Erklärungen siehe unten)rote Punkte: Bereiche die vorher von der Gartenlaube überdeckt waren

orangene Punkte: Abtragungen an den Gipsschlotten auf Grund der Anpassung an die Gartenlaube

grüne Punkte: später zum Opfer gefallene Gipsschlottenteile auf Grund der Anpassung an die Gartenlaube

Nach neueren Erkenntnissen hat die Herzschlotte ihre Originalhöhe. Sie wurde nicht abgetragen! Der Schotter, der auf ihr lag, stammte von den abgebauten Schlotten aus ihrer Umgebung und nicht von der Herzschlotte. Dieser Befund wird eindeutig durch das Vorhandensein einer kleinen Rinnenschlotte, die zur Überraschung am Rande freigelegt werden konnte, gestützt. Diese Auslaugungsform wäre sonst beim Abbau der oberen Schicht dieser Schlotte verschwunden gewesen (siehe Bild unten links).

Eine Rinnenschlotte in der Herzschlotte! Ein "Herz" für Jena!


....und die Verbindung zum Geotop "Gipsschlotten" wird durch drei isolierte kleinräumige Gipsfelsen angezeigt:

Die erste fragliche Bildung befindet sich im unmittelbaren Randbereich der "Gipsschlotten 2" nach Norden zu Etwas weiter in Richtung Norden sieht man im nächsten Fundament einer Gartenlaube noch zwei weitere Gipsfelsen mit Schlottenbildungen. Etwas weiter in Richtung Norden sieht man im nächsten Fundament einer Gartenlaube noch zwei weitere Gipsfelsen mit Schlottenbildungen.


24.02.2015:

Fortsetzung der Freilegungsarbeiten an den "Gipsschlotten 2": Der Kommunalservice hatte nun in bewundernswerter Weise die Betontreppe zur Herzgipsschlotte beseitigt. Auch die anderen Betonreste im rechten Teil des Aufschlusses waren bis auf einen kleinen Rest verschwunden. Dabei gab es keine Beschädigungen an den Gipsschlotten! Die Ausdehnung der vorher unter dem Beton befindlichen Gipsfelsen konnte nun schon grob ermittelt und die Umrisse der Felsen freigelegt werden. Eine Rinne von dem Betonrest ausgehend (wahrscheinlich befindet sich darunter eine größere Gipsschlotte) wurde freigelegt. Diese war vollständig mit gelben Sediment (bzw. Lehm) gefüllt. So ähnlich könnten damals 1908 die Freilegungen am heutigen Geotop "Gipsschlotten" durch die Bauarbeiter im Auftrag von Karl Brauckmann durchgeführt worden sein! Man kann sich jetzt schon ein ungefähres Bild von der Ausdehnung der "Gipsschlotten 2" machen. Ein Beitrag für die Stadtteilzeitung der Wenigenjenaer Nachrichten wurde eingereicht. Außerdem sah ich Mitarbeiter der Stadt den Zick-Zack Weg hochgehen, die wahrscheinlich auch den Auftrag mit hatten, die "Gipsschlotten 2" zu besichtigen bzw. evt. auszumessen.

Eintragung der Gipsschlotten 2 auf historischer Aufnahme

Hier aus gegebenen Anlass noch einmal der historische Bildausschnitt, vermutlich aus dem Jahr 1910 (aus Chronik Teil 6). Deutlich ist in Verlängerung des Wortes "Brauckmannsches Grundstück" der bewachsene Streifen zu erkennen in welchem sich heute die "Gipsschlotten 2" befinden.

Blick auf das Herz ohne Treppe! Blick von unten auf die Ausgrabung ohne Betonreste


 

25.02.2014:

In der Stadtratssitzung wird unter Punkt 14 der Bebauungsplan "Hausbergviertel" behandelt. Dabei werden die Entdeckung und Freilegung der "Gipsschlotten 2" als "Gipsschlottengeotop" mit als erfreuliche Tatsache im Bebauungsgebiet erwähnt. Der Abwägungsbeschluss wird mit 24 ja Stimmen und 15 nein Stimmen bestätigt. Nun steht dem Gesamtprojekt nichts mehr im Wege.

26.02.-28.02.2015

Jetzt geht es richtig zur Sache! Hier wieder zusammengefasst die Ereignisse dieser drei Tage rund um die Geotope "Gipsschlotten" und "Gipsschlotten 2" :

- Nach dem Wegräumen der Betonüberbauung im rechten Abschnitt des Aufschlusses durch den Kommunalservice gab es nun nur noch den Rest einer ehemaligen (Fäkalien) Grube zu entfernen. Das musste in Handarbeit geschehen, da sonst die darunter befindlichen Gipsschlotten zerstört würden.

- Nach dem Entfernen dieser Grube war dann eine zweite Überraschung perfekt: Unter dem Beton tat sich ein begehbarer Gletschertopf auf, wie er besser kaum noch ausgebildet sein könnte! (s. Bilder unten)

- Eine Abflussrinne zieht sich von dieser Schlotte nach außen. Diese ist von filigranen kleinen Karsterscheinungen flankiert! Die Rinne mündet dann in einen kleineren Gletschertopf und scheint im weiteren Verlauf bis zu einer runden Betonüberdeckung, die mit Backsteinen verziert ist, zu gehen. Was es mit dieser Backstein/Betonabdeckung auf sich hat, muss noch geklärt werden.

- Eine Naturdenkmalseule wurde mittig über dem Gipsschlottenherz im Bereich der Hangschlotten an einem Pfahl befestigt aufgestellt. Von nun an ist dieser Aufschluss ein Geotop wie das Geotop "Gipsschlotten". Sie gehören ja auch zusammen, sind im gleichen stratigrafischen Niveau an der Obergrenze der Fossilfreien Gipse der Salinarrötfolge angelegt. Ein neues Gutachten ist auch nicht erforderlich, allenfalls eine Ergänzung im bestehenden Geotopschutzgutachten von 2001. Wie schon damals 1991 am Geotop "Gipschlotten" habe ich der Bedeutung dieses Aufschlusses mit dem Anbringen einer Eule "Naturdenkmal" Rechnung getragen (siehe Chronik Teil 2, Bild 17 c).

- Im gesamten Umfeld sind Baumfällarbeiten im Gange, so dass vorübergehend die weiteren Freilegungsarbeiten auf die arbeitsfreien Tage bzw. Zeit verlegt werden müssen. Unterhalb des Geotops "Gipsschlotten" wird die Schneise für die zukünftige Treppenanlage zum Fuchsturmweg geschlagen. Auch direkt an der Grenze zum Geotop "Gipsschlotten" sind einige Bäume gefällt. Dort werden ja auch die zukünftigen Verbindungswege zwischen den Planstraßen verlaufen. Vom Geotop "Gipsschlotten" aus gibt es jetzt einen ungestörten Blick auf die Stadt Jena! (Bilder siehe unten)

- Alle Freilegungsarbeiten werden vor Ort in Absprache mit den dort anwesenden KSJ Mitarbeitern durchgeführt.

Noch gab es Reste einer Grube zu entfernen Noch gab es Reste einer Grube zu entfernen Ein perfekter "Gletschertopf" kommt zum Vorschein! Ein perfekter "Gletschertopf" kommt zum Vorschein! Von nun an heißt es Geotop und Naturdenkmal!

Überblick über das Geotop mit Naturschutzeule

Ein perfekter Gletschertopf


Das Ergebnis nach dem Ausgraben des letzten Restes von Lehm/Sediment sind diese schönen gletschertopfartigen Auskolkungen des Gipsfelsens! So entstand aus einer ehemaligen Fäkaliengrube ein Geotop!

Vor 100 Jahren wurden die Gipsschlotten am Westabhang des Hausberges vom preussischen Landesgeologen Ernst Naumann zum ersten Mal in einer Literatur erwähnt und abgebildet:

...Ältere trocken gelegte Schlotten im Gips wurden im Garten des Herrn Direktor "Breuckmann" (Brauckmann) am Fuchsturmweg in Wenigenjena im Sommer 1908 zufällig freigelegt (Abb .2). Diese gletschertopfartigen Auskolkungen des Gipsfelsens sind hier 2 m tief, doch sind es oft auch tiefere, spaltenartige Auswaschungen......

Abb siehe Chronik Teil 5, Bild 374, Daten vom 18.03.2007

Literatur: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten Bundesstaaten Blatt Jena (vierte Auflage), geologisch bearbeitet und erläutert durch Ernst Naumann, Berlin 1915 S. 22 -23

Am letzten Tag dieses für den Ersten Geologischen Lehrpfad von Jena ereignisreichen Monats noch zwei Bildeindrücke vom Geotop "Gipsschlotten":

Baumfällungen im Nahbereich des Geotops "Gipsschlotten" Abendstimmung und freier Blick auf Jena vom Geotop "Gipsschlotten"

01.03.2015:

Fortsetzung der Freilegungsarbeiten am Geotop "Gipsschlotten 2": Nach der vollständigen Freilegung der Abflussrinne vom großen Gletschertopf bis zum kleinen Gletschertopf verliert sich der weitere Verlauf einer Rinnenbildung an dem runden Betonrest (mit symmetrischen Backsteinen). Dahinter wurden die reckteckigen Umrisse einer Grubeneinfassung (?) sichtbar. Ob es sich dabei evtl. um eine Kleinkläranlage gehandelt hatte? Links von diesen Betonresten wurden die Ränder der Schlottenbildungen freigelegt. Es wird sich dabei um einen größeren Bogen handeln, der dann in den zungenförmigen Schlottenteil einmündet. Dabei müssen aber noch eine vorhandene Gehwegplatte und viel Schutt beseitigt werden. Sehr leicht war das Freilegen der sehr schön in Bögen geformten Karsterscheinungen rechts des großen Gletschertopfes. Hier konnten die "Füße" der anstehenden Hangschlotten bis auf fast 60 cm Tiefe freigelegt werden. Die lockere Erde (Komposthaufen) lies zu, dass man in kurzer Zeit viel Erdmaterial bewegen konnte. Diese Erde könnte später dann auf der Fläche verteilt werden und mit Gras angesäht werden. Im nahen Umfeld des Geotops gab es viele Lesesteine (evtl. Reste der historischen Lesesteinhaufen von der Feldbewirtschaftung bis 1900) der darüberliegenden Rötdolomite. Einige wurden im Bereich der Gipsschlotten am rechten Rand des Geotops gelegt. Die Arbeiten werden fortgesetzt. Am Geotop "Gipsschlotten" gab es eine kleine Privatführung mit Fossiliensammlern und Geocachern.

Blick von rechts auf die Freilegungen im Bereich des großen Gletschertopfes Das geschwungene Liegende der sich rechts anschließenden Hangschlotten


Blick von links auf die Rinne. Im Vordergrund die Betonreste (Rechteck) Mit Geocachern am Geotop "Gipsschlotten"


03.03.2015:

In dieser Grube wurden die grünen/blauen Überzüge gefunden!Fortsetzung der Ausgrabungsarbeiten an den GS 2. Die Geotope "Gipsschlotten" und "Gipsschlotten 2" werden zukünftig in der Chronik mit "GS 1" und "GS 2" abgekürzt. Rechts der zungenförmigen Schlotte zwischen "Gipsherz" und großem/kleinen Gletschertopf wurde weiter Material abgetragen. Da immer mehr Kiefernwurzeln zum Vorschein kamen, wird dieser Bereich nur etwas freigelegt. Die Kiefern sollen ja nicht geschädigt werden. Sie tragen auch mit zur Schönheit des Geotops/Biotops bei.

Die rechteckige Grube (Bild rechts) gibt weiter Rätsel auf: Aus Neugier wurde sie bis zum Anstehenden ausgegraben. Es handelt sich dabei auf keinen Fall um eine ehemalige Klärgrube. Eher vermute ich eine Art Fußabtretergrube oder kleine Abfallgrube. Zur Überraschung trat in der Tiefe kurz vor dem anstehenden Lehm in ca. 25 cm Tiefe plötzlich ein blaues Mineral(?) bzw ein grünes Mineral auf, welches die Gipsblöcke äußerlich umkrustete. Es war auch auf dem Lehm bzw. auf vemoderten Holzstücken zu finden. Zunächst dachte ich an Blaueisenerde (Vivianit). Die amorphen Krusten überzogen in blau/grün alle Bestandteile in der Grube. Meine Vermutung war, dass es sich entweder tatsächlich um Vivianit handelt oder es Reste von Kupfersulfatablagerungen waren, die als Beigabe zum Wasser des Schwimmingpooles dort hinein geschüttet wurden. Algenbildungen will ich auf Grund der intensiven Farben fast ausschließen. Die Stücke werden den "Experten" im Mineralienatlas vorgestellt. Hier bekam ich schnell eine plausible Antwort von Thomas Billert, dem Chemie- und Homepageexperten dieser Seite:


Kupfer ja, aber Sulfat nicht, das wäre dann wasserlöslich. Eher ein Oxid-Hydroxid oder so etwas. Vivianit wäre auch denkbar. Evtl. ist da etwas Metallisches im Boden verrottet? Vielleicht ein Stück Kupfer von einer Rinne oder ein Messingblech?

Die Grube wird später abgetragen (und auch die runde "Betonblome" mit den symmetrischen Backsteinen davor), da beide mit dem Geotop nichts zu tun haben! (siehe Bilder unten)

unbekannte Mineralien ? mit blauer Färbung und Algen? Ein Kupfer Oxid-Hydroxid oder Vivianit ? auf Gips
Vermutlich durch die Erdarbeiten im Gelände wurde ganz in der Nähe, am Hang zwischen den GS 1 und GS 2, schon am Vortag ein geschichtsträchtiger Fund (?) gemacht, der evtl. etwas mit der Schule von Karl Brauckmann zu tun haben könnte. Dazu wurde der Jenaer Stadtchronist Herr Matthias Rupp kontaktiert (siehe Bilder unten):

Seine Antwort lautete:

Hallo Conrad, herzlichen Dank für deine Meldung. Es ist doch erstaunlich, was man noch so alles finden kann. Bei dem Stück handelt es sich um einen sogenannten Stulp, also die Abdeckleiste eines Fensters oder einer Tür. Sie kommen auch an Schrankmöbeln vor. Bei deinem Fund würde ich aber nicht auf ein sehr hohes Alter tippen (was du ja auch bereits vermutet hast). Die "Jahres"-zahl hat sicher keine chronologische Bedeutung. Material und Herstellungsart deuten auf das späte 19. Jh. Darauf verweist auch die obere Abdeckung als aus Weißblech (?) gepresstes Volutenkapitell, aber auch die Mehrteiligkeit der Holzprofile und die Nagelung. Immerhin doch recht repräsentativ und sicher ein Blickfang in deinem Raritätenkabinett. Die Gipsschlotten sind übrigens sehr interessant. Habt Ihr bei der Freilegung Hinweise auf eine frühere Nutzung (Scherben, Knochen) in den Vertiefungen gefunden?

Bisher traten solche Funde wie Knochen und Scherben noch nicht auf. In jedem Falle wird aber auch darauf ein besonderes Augenmerk in Zukunft gerichtet.

Ein "Stulp" mit Volutenkapitell - die Abdeckleiste eines Fensters evtl. aus der Schule von Karl Brauckmann Über dem Volutenkapitell eine Zahl 1683


04.03.2015:

Im Mitteilungsblatt des Thüringischen Geologischen Vereins e.V. Nr.40 (1/15) erscheint ein Beitrag über die GS 1 und GS 2. Der mit zwei Bildern erschienene Beitrag zeigt die Entwicklung der GS 1 und GS 2 mit Stand von Ende Januar 2015, also noch ohne die kurz danach gemachten Entdeckungen und Geschehnisse. Die Literatur wird entsprechend ergänzt.

06.03.2015:

Wenn auch nicht so intensiv wie die vergangenen Tage, gab es im Zusammenhang mit den GS 1 und 2 einige Besonderheiten, die hier zusammengefasst aufgeschrieben werden:

- Information der TLUG (Frau Pustal, Herr Meissner) über das neue Geotop und Bitte um Aufnahme in den Geotopkataster des Landes Thüringen

- Information des TGV- Vorstandes über die weiteren Ereignisse an den Geotopen, die im Mitteilungsheft nur in der Anfangsphase im Beitrag zu lesen waren

- Erneuerung der Schrift "Naturdenkmal" mit wetterfester Farbe, sowie kleine Ausbesserungsarbeiten an der Naturschutzeule an den GS 2

- Ausbesserung des historischen GL -Zeichens an der "GL Bank" im Bereich der GS 1. Hier sind aber noch weitere Restaurierungsarbeiten nötig!

- Abnahme des kaum noch lesbaren Planes zur Erweiterung der GS 1. Das ist nun nicht mehr notwendig darauf hinzuweisen, da im Wesentlichen der Zustand, so wie geplant, hergestellt wurde (außer dem Verbindungsweg). Statt des Planes kommt später ein GL Symbol an die Säule am Hang oberhalb der Gipsschlotten.

- Die Baumfällarbeiten im Umfeld beider Geotope durch den KSJ sind fast abgeschlossen. Es ergeben sich viele neue Sichtschneisen an den GS 1 und eine herrliche Aussicht von den GS 2 auf die Stadt.

07.03.2015:

Wieder ist ein sehr erfolgreicher Tag für beide Gipsschlotten vergangen: Zunächst wurden Markierungs- und Ausbesserungsarbeiten der GL Symbole im Bereich der GS 1 durchgeführt. Nun ist ein ganz aktuelles GL Symbol an der Betonzaunsäule zu sehen. Sie trennte vorher beide Bereiche der Gipsschlotten. Schräg gegenüber an einem Baum befindet sich eines der ersten GL Symbole aus dem Jahr 1986. Dazwischen liegen fast 30 Jahre! Ein weiteres Symbol wurde an einem Baum an den GS 2 aufgemalt. Solche einzelnen GL Zeichen findet man ja schon am Ersten Geologischen Lehrpfad von Jena. So zum Beispiel am Aufschluss 1 a, 3 a und 3 b (oberhalb der Wilhelmshöhe). Sie liegen nicht direkt auf der Route, markieren aber noch geologische Aufschlüsse, die man einmal in der Zukunft mit in den Ersten Geologischen Lehrpfad einbeziehen könnte (außer 1 a) - siehe Chronik Teil 4, 15.12.- 18.12.2005. Für den Aufschluss 2 a ist das aber in Zukunft realisierbar. Leider hatte ich damals ab 2003 die Chance beim Aufschluss 1 a zu spät erkannt, so dass dieser heute nur noch vom Fuchsturmweg aus in der Ferne zu sehen ist (siehe Chronik Teil 3, 22.12.2003)! Führungen zu diesem Aufschluss 1 a in dem eingezäunten Bereich sind leider auf Grund des Desinteresses des Eigentümers nicht möglich. Dieser Fehler sollte sich bei dem aktuellen Geotop auf keinen Falle wiederholen! Deshalb haben auch alle Aktivitäten betreffs Aufschluss 2 a Geotop "Gipsschlotten 2" zur Zeit absolute Priorität!

Naturdenkmalseule und GL Symbol am Aufschluss 2 a des Ersten Geologischen Lehrpfades von Jena

Der Herzgipsfelsen wurde nun mit seinem Liegenden freigelegt. Es zeigte sich eine völlig abgeschlossene "Gipsinsel", die früher vom pleistozänen Saalewasser (?) völlig umspült gewesen sein musste. Sie ragte wohl damals wie eine Insel aus dem Wasser ! Die Anschlüsse an den sich beiderseits anschließenden Schlotten bzw. Gipsfelsen wurden freigelegt. Dabei kam rechts des "Herzfelsens" noch ein kleinerer Gletschertopf zum Vorschein. Links vermute ich ebenfalls einen Anschluss an einen bisher isolierten herausragenden Gipsfelsen im Fundament des ehemaligen Gartenhauses. Interessante Kleinstrukturen aus Kalksinter kamen schon zum Vorschein. Die Gipsfelsen waren nur im oberen Teil abgetragen. Die "Füße" (das Liegende) sind noch im Original vorhanden, so auch auch der linke Abschluss des Herzgipsfelsens. Ein paar undefinierbare Limonitbrocken, ein völlig in Fe-oxide umgewandelter Eisennagel und ein alter rechteckiger Keramikstromanschluss von einem Elektroherd (?) wurden als Beifunde gesichert. Die Arbeiten werden fortgesetzt.


08.03.2015:

Auch dieser erste warme Tag des Jahres Tag wurde für das weitere Freilegen der GS 2 genutzt. Der Herzgipsfelsen wurde nun vollständig, samt Liegendes freigelegt. Nun fehlt nur noch das Wegräumen des Schuttes zwischen der Schlotte, die den Herzfelsen umgibt und dem großen Gletschertopf im Bereich des zungenförmig hervortretenden Gipsfelsens. Außerdem müssten die Begrenzungen der Gipsschlotten rechts vom Großen Gletschertopf noch freigellegt werden. Ich schätze so ca. 70% der Arbeiten erledigt zu haben. Links der Herzgipsschlotte wurden die Füße der Gipsfelsen (das Liegende) mit ihren Umrissen freigelegt. Durch die Abtragungen zur Anpassung an das Gartenhaus waren die darüberliegenden Gipsfelsen leider abgebaut. Es bestand kein Zusammenhang mit den zwei isolierten zum Teil stark gerundeten Gipsfelsen und den Hangschlotten. Zumindest an der Oberfläche scheint es sich dabei, wie schon bei dem großen Herzgipsfelsen, um Gerölle zu handeln, die in dem ehemaligen Wasserlauf im Flussbett lagen. Das Umfeld wurde begradigt und eine Gipssteinmauer an der vorläufigen Grenze der Ausgrabungen aufgeschichtet. Als Beifunde wurden neben Siedlungsabfall ein paar Eisenteile (Rohrumantelungen ?) gefunden.

Am Nachmittag gab es einige Privatführungen mit den unmittelbar darüber wohnenden Nachbarn der Greifbergstraße. Zum Abschluss wurde der Steinhaufen an den GS 1 deutlich verbessert, das heißt von Beton- und Ziegelsteinen befreit und nur mit Natursteinen aus der Umgebung aufgefüllt. Er enthält nun neben Gipsblöcken (auch von losen Blöcken der Schlotten), Rötdolomite, unterer Muschelkalk, Sandsteine (zum Teil als Gehwegplatten bearbeitet), einen größeren Milchquarzbrocken vom Hang am Ende der GS 1 und einen größeren Granitblock von oberhalb (ehemaliges Gartenhaus). Weitere Steine aus der Umgebung werden noch nach und nach ergänzt. Nun ist auch dieser Steinhaufen wieder sehenswerter geworden (Bild siehe unten links).

Bilder Gipsschlotten 2:

Blick von oben auf die Ausgrabungsstelle nach links Blick von oben auf die Ausgrabungsstelle nach rechts


Blick auf den nun vollständig freigelegten Herzgipsfelsen von Westen aus


Bilder Gipsschlotten 1:

GL Symbol an den GS 1 von 2015 GL Symbol an den GS 1 von 1986


Der Steinhaufen ist deutlich verbessert! Die Betonsäule dient nun als GL Symbolträger!


09.03.2015:

Die Ereignisse rund um die beiden Geotope reißen nicht ab! Am heutigen Tage gab es eine sehr spontan geplante Führung zu beiden Geotopen mit Herrn Wolfgang Eckardt und dessen Frau. Er ist mit einer der frühesten Förderer des Ersten Geologischen Lehrpfades von Jena ab 1986 (siehe Chronik Teil 1 und Danksagungsliste). Während dieser kurzen Wanderung erfuhr ich von Herrn Eckardt geradezu sensationelle geschichtliche Neuigkeiten über beide Geotope und über das Brauckmannsche Grundstück! Diese Kenntnisse waren mir nicht bekannt! Herr Eckardt ist als "Urwenigenjenaerjenenser" in der Feodorastraße (heute Schillstraße) geboren und verbrachte ab 1938 praktisch seine Kindheit im Umfeld der Schillstraße. Zudem pachtete sein Vater als erster Pächter das Grundstück unterhalb der GS 1 ! Dadurch bekam ich auch die Kenntnis, dass auch direkt unterhalb der Geotops am 17.3.1945 eine englische Fliegerbombe einen Bombentrichter hinterlies. Es war genau dort, wo das Gartenhaus unterhalb des Geotops bis vor kurzem gestanden hatte und das geschah vor fast genau 70 Jahren! Er berichtete über die Mühen seines Vaters dieses Grundstück zu urbanisieren. Einige Spuren dieser Tätigkeiten liesen sich heute noch erkennen, wie er während dieser Führung bestätigte. Zudem waren ihm natürlich die "Gipsschlotten 2" aus den 50er Jahren ebenfalls bekannt. Sie lagen damals noch im freien Gelände. Er bestätige dass diese Schlotten eine ähnliche Tiefe wie die klassischen Gipsschlotten gehabt haben müssen: "Dort konnte man sich damals gut verstecken! Als Kinder sprachen wir immer vom Spiel in Brauckmanns Garten."

Wolfgang Eckardt und Conrad Linde an den GS 1 Wolfgang Eckardt und Conrad Linde an den GS 2


Fotos: Eckardt

Es kommt nun auch immer mehr der Verdacht auf, dass das eine Bild in den Erläuterungen zum Blatt Jena/*der Zeitschrift "Die Thüringer Höhlen" (1915, 1928,*1931) mit der einzelnen abgebildeten Schlotte die "Gipsschlotten 2" zeigen! Eine solche Einzelschlotte ist mir, trotz jahrzehnter langer Suche, von den klassischen Gipsschlotten (GS 1) von früher (ab 1985) und heute (nach der Erweiterung) nicht bekannt und die Ähnlichkeit mit einer Felspartie aus den aktuell freigelegten "Gipsschlotten 2" ist geradezu frappierend (siehe Bild)! Es war eine sehr interessante und äußerst aufschlussreiche Wanderung in das ehemalige Brauckmannsche Grundstück.

 

Klassische Ansicht der GS 2 von 1908 Klassische Ansicht der GS 1 von 1908

Nach genauem Vergleich mit dem klassischen Bild vom preussischen Landesgeologen Dr. E. Naumann (1908) aus den Erläuterungen zum Blatt Jena 1915/1928/1931* (*Dr. Heß v. Wichdorff) konnte dann der dort abgebildete Strudeltrichter mit hoher Sicherheit in den heutigen "Gipsschlotten 2" wieder erkannt werden! Die Ausbildung des Strudeltopfes ist fast identisch mit dem aktuellen Strudeltopf auch vom Gelände her. Es handelt sich bei dem zweiten Bild (bzw. ersten in der Auflage von 1915) um ein Detail aus den "Gipsschlotten 2 " siehe Bilder unten:

Zuordnung der klassischen Ansicht 2015 Der gleiche Strudeltopf auf der klassischen Ansicht von 1908


Gipsschlotten 1 und 2 1908

 

Hier noch einmal zum Abschluss dieses denkwürdigen Tages die ersten Aufnahmen der Gipsschlotten aus der geologischen Literatur von 1915:

 

Oben: Detail aus den Gipsschlotten 2 von Westen aufgenommen

 

Unten: Ansicht der östlichen Bereiche der Gipsschlotten 1 von Nordwesten aufgenommen

 

(Beide Bilder: Dr. E. Naumann 1908 aus Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten Bundesstaaten, Blatt Jena, vierte Auflage, S. 22, Berlin 1915)

10.03.2015:

Ein kleiner Felsen schreibt geologische Geschichte !

Nach der Wiederentdeckung des "Strudeltrichters an der Oberfläche des Rötgipslagers am Westabhange des Hausberges in Wenigenjena" nach 100 Jahren seiner ersten bildlichen Darstellung in der geologischen Literatur durch Dr. Ernst Naumann, wurden die Verwaltung der Stadt Jena (Umwelt-und Naturschutzamt), die Ortsteilbürgermeistern von Wenigenjena Frau Rosa Maria Haschke - welche dieses Projekt massgeblich mit in der Verwaltung unterstützte!-, der Stadtentwicklungsausschuss, die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, der Vorstand des Thüringischen Geologischen Vereins, die Arbeitsgruppe Geotopschutz im TGV mit einschließend, der Eigentümer der Fläche - die Kommunalen Imobilien Jena (KIJ)-, der NABU, u.a. darüber informiert. Ein Ergänzungsantrag zum bestehenden Geotop "Gipsschlotten 1" bei der Unteren Naturschutzsbehörde auf Unterschutzstellung dieser "Gipsschlotten 2" wird nun nach der Beendigung der vorläufigen Freilegungsarbeiten folgen. Der Eintrag in den Geotopkataster von Thüringen wurde bereits wohlwollend durch die TLUG in Weimar befürwortet.

So wurde ein über 60 Jahre verschollen geglaubtes Geotop, vor 107 Jahren durch Karl Brauckmann entdeckt und von Dr. E. Naumann bildlich festgehalten, vor 100 Jahren durch den preußischen Landesgeologen Dr. E. Naumann beschrieben und abgebildet, im wahrsten Sinne des Wortes "wiedergeboren"!

Hier die Mail (Auszug):

...die Angelegenheit mit den Gipsschlotten 2 nimmt ungeahnte Dimensionen an! Inzwischen habe ich festgestellt, dass die in der Literatur von 1915 u. f. (E. Naumann: Erläuterungen zum Blatt Jena, Beiträge zur Thüringer Höhlenforschung von Heß v. Wiechdorff, 1931) bisher nicht zuzuordnende zweite (bzw. erste) Aufnahme, die einen einzelnen “Strudeltrichter” zeigt, nun eindeutig den “Gipsschlotten 2” zuzuordnen ist! Ich habe den Originalgipsfelsen an den nun weiter ausgegrabenen Gipsfelsen bzw. anstehenden Felspartien wieder erkannt! Damit ist dieses Geotop dem bereits Bestehenden völlig gleichzusetzen. Das heißt, für beide Teile der Gipsschlotten gilt auch, neben der geologischen (klassischer Gletschertopf und Gipsinsel im damaligen Saalebett bzw. Ufer), die gleiche historische Beschreibung und Bedeutung! Die TLUG ist informiert und will diese Gipsschlotten nun in den Geotopkataster mit aufnehmen.

Hier ein Auszug aus der Mail von Frau Pustal:

Danke für Ihre Info und die Ausführungen. Die Aufnahme in den Geotopkataster ist problemlos möglich. Gut wäre pro Forma die Geotopbeschreibung nach der Arbeitsanleitung Geotopschutz für die Aufnahme ins Schriftgutarchiv der TLUG. Der Geotopkataster könnte im Zuge der Freigabe des sogenannten Kartendienstes der TLUG durch Frau Ministerin Siegesmund in Bälde erfolgen, insofern wäre auch dies dann erledigt. Der Schutzstatus für das Objekt ist aber nur über die UNB im Rahmen eines Verfahrens nach ThürNatG zu erreichen. Hier sollten Sie den Antrag stellen und der GD wird in einer Stellungnahme entsprechend unterstützen.

Die weiteren Schritte, die Frau Pustal nun empfiehlt, lesen Sie auch in ihrer Mail. Ich werde nach der vorläufigen Beendigung der Ausgrabungsarbeiten vor Ort (bis Ostern) dann diese Gipsschlotten kartieren und den Antrag an die UNB (Untere Naturschutzbehörde) stellen und im Rahmen eines Verfahrens nach ThürNatG (Thüringer Naturschutzgesetz) ein Gutachten erstellen (bzw. das Gutachten von 2001 ergänzen da es ja wohl auch für die Gipsschlotten 2 in vollem Umfang zutrifft).

Montage der Aufnahmen von den GS 2, links C. Linde 2015, rechts E. Naumann 1908 Montage der Aufnahmen von den GS 1, links C. Linde 2015, rechts E. Naumann 1908

14.03.-15.03.2015:

Es geht ungeheuer spannend im Umfeld der beiden Geotope weiter! Begehung der GS 1 und 2 mit dem Geologen Dr. H. Blumenstengel. Dabei konnten an den GS 2 einige Beobachtungen zu kleinräumigen geologischen Störungen/Verwerfungen bestätigt werden. Der Herzgipsfelsen hatte ursprünglich die gleiche Höhe, wie der sich rechts anschließende zungenförmige Gipsvorsprung. Dann verläuft ein sogenanntes "Gangkreuz" um den Herzgipsfelsen. Einmal von Südwest nach Nordost und dann eine kleinere Störung von Nordwest nach Südost. Auf Grund der Lage zwischen diesen Störungen wurde der Herzgpsfelsen tektonisch abgesenkt und blieb somit vor der späteren Zerstörung durch den ersten Gartenpächter in seiner Originalhöhe erhalten. Die mir schon bekannte Störung am nördlichen Ende des Aufschlusses ist auch interessant. Eine Zeichnung der tektonischen Verhältnisse folgt. Für eine Altersbestimmung wird später vom Grunde des noch weiter auszugrabenden "Großen Gletschertopfes" eine Bodenprobe entnommen. Diese wird dann mit einer Pollenanalyse untersucht. Weitere namenhafte Fachgelologen sollen sich in Folge die GS 2 auch mit ansehen. Die Abrißkluft an den GS 1 hätte die gleiche Richtung wie eine Störung in den GS 2 und stellt nun ebenfalls eine ausgewitterte Störungspalte dar. Das hängt wohl alles mit der Aufsattelung des Hausberges zusammen (Hausbergsattel).

Im weiteren Verlauf der Arbeiten wurde der Fuß des sich rechts anschließenden zungenartig hervortretenden Gipsfelsens mit seinen Umrissen komplett freigelegt. Dabei wurde an der Oberfläche ein perfekt abgeschlossener kleiner "Gletschertopf" freigelegt! Er wurde bis fast zum anstehenden Gips ausgegraben. Die Form eines Auges bildend wird er von an das "Auge" genannt. Die Arbeiten werden dort noch fortgesetzt, da in diesem Bereich noch Schutt zu beseitigen ist. Nur so kann die genaue Ausbildung der Oberfläche des "Fußes" dieses Felsens ermittelt werden. So manche Überraschung könnte da noch zum Vorschein kommen! Als Beifunde gab es zahlreiche limonitisierte Nägel, eine Kuriosität: Teer mit Fasergips eng verbunden und eine Metallscheibe mit einem Durchmesser von 11 cm zur Einstellung von Wellenlängen 4- 8 m (?). Sie war wohl ursprünglich auf einem Gerät aufgeschraubt, wie drei kleine Bohrungen für diese Befestigungen am Rande dieser Scheibe zeigen. Die genaue ehemalige Funktion dieser Scheibe muss aber noch geklärt werden (evt. für eine biegsame Welle?). Im Zentrum befindet sich eine größere Bohrung (s. Bild unten). Weiter gab einen fantastischen Einblick in den geologischen Untergrund bis in fast 35 m Tiefe von einer Stelle aus zwischen den Aufschlüssen 2 und 1 a. Mehr Infomationen dazu folgen später.

Am folgenden Tag wurde der Fuß des zungeförmigen Gipsvorsprunges vollständig freigelegt. Dabei kamen noch einige Schlottenbildungen zum Vorschein. Ein einzelner Gipsblock verblieb in einem etwas reckteckig geformten Strudeltopf und der Verbruchgipsbrocken in der anderen Schlotte wurde entfernt. So ergibt sich nun ein vollständiges Bild rechts von unten gesehen vom herzförmigen Gipsfelsen. Ob es sich dabei ebenfalls um eine Insel, von geologischen Störungen begrenzt, handelt, kann zur Zeit nur vermutet werden. Die Umrisse des Vorsprunges zwischen klassischer Gipsschlotte und diesem Vorsprung können ja später in einer weiteren Freilegungsaktion noch freigelegt werden. Der Absenkbetrag zwischen Herzgipsfelsen und diesem zungenförmigen Vorsprung, sowie im weiteren Verlauf zwischen den Hangschlotten und klassischen Schlotte beträgt 40 cm. Das konnte ganz deutlich nach Messung des Höhenunterschiedes festgestellt werden. Die Verwerfung verläuft dann hangwärts nach Nordosten. Zum Schluss wurde der große Gletschertopf fast bis zu seiner tatsächlichen Tiefe ausgegraben. Vom Boden dieser Schlotte wurden in gut 110 cm Tiefe drei Proben entnommen, die zur Altersbestimmung Herrn Dr. H. Blumenstengel übergeben wurden. Ob eine solche Altersbestimmung (Pollenanlyse und Sichtung durch Mikroskop nach Aufschlämmung) an diesem Material möglich ist, wird sich noch zeigen. Zur Sicherheit wurde der Bereich des Großen Gletschertopfes mit einem Absperrband gekennzeichnet. Das Umfeld wurde von diversen Betonresten gesäubert und die Störungen wurden kartiert. Beifunde gab es dieses Mal nicht.

Im Umfeld der GS 1 wurde der Hang oberhalb des neu hinzugekommenen Bereiches von Bauschutt und Müll befreit. Oben im Bereich des ehemaligen Gartenhauses, wurden die Abbruchreste etwas zusammengekehrt. In letzter Zeit war schon einiges an Isoliermaterial u.a. Reste in den Bereich der Gipsschlotten geweht wurden! Während dieser Reinigungs - und Aufräumarbeiten wurde auch so mancher Stein gefunden, der nun einen würdigen Platz im Steinhaufen gefunden hat. So zum Beispiel eine mit Muschelsteinkernen durchsetzte halbe Gehwegplatte(!) aus Schaumkalk (?) und einige größere Stücke mit zonar gefärbtem Fasergips (evtl. von Aufschluss 1 b verfrachtet?) Ein Fußabtreterrost zum Entfernen der Erdreste von den Schuhen, wurde an den Betonpfosten neben der Bank schräg aufgelegt. Damit können die Besucher der Gipsschlotten künftig dort ihre Schuhe vom groben Dreck befreien und müssen das nicht an den Gipsschlotten tun, wie es in letzter Zeit häufiger beobachtet wurde!

Überblick über die Freilegungen links des Herzgipsfelsens Detail der Schlotten links des Herzgipsfelsens


 Das "Auge"- eine kleine abgeschlossene Schlotte auf der Oberfläche des freigelegten "Fußes " Bis 1,10 m (von oben 2 m) wurde der "Große Gletschertopf" ausgegraben.


Kleintektonik im Bereich der GS 2 Die "Wellenscheibe" ein Teil zum Einstellen einer biegsamen Welle?


17.03.2015:

Bombentreffer! Nicht nur das aktuelle Gespräch mit Herrn W. Eckardt, sondern auch der Ort der Unterhaltung, kurz unterhalb der GS 1, waren ein "Bombentreffer" der positiven Art! Ganz anders die beiden Bombentreffer vor genau 70 Jahren am 17.03.1945, die beinahe das "Aus" für die Gipsschlotten 1 bedeutet hätten! An diesem Tag gab es sowohl oberhalb des Geotops im Bereich den Zick-Zack-Weges (s. Bild), als auch nach ganz neuen Erkenntnissen, wenig unterhalb im Bereich des ehemaligen Gartenhauses, Bombentreffer durch die 1. Air Division der 8. US Air Force. Auch das unmittelbare Umfeld waren damals von den schweren Luftangriffen der Allierten Luftstreitkräfte betroffen (Hausbergstraße, Mauererstraße, Jena-Ost). Weitere Informationen siehe Chronik Teil 4, 16.01.-22.01.2006 und Bilder 188 a, 188 b, 188 a1, 188 a2.

Bombentreffer unterhalb der GS 1 ehemaliger Bombentrichter kurz oberhalb der GS 1 am Zick-Zack-Weg (aus chronik Teil 4, 188 b)


Luftbild des Gebietes im Brauckmannschen Grundstück, April 1945

20.03.2015:

Naturschauspiel am Naturdenkmal: Schon die letzte partielle Sonnenfinsternis konnte im Lehrpfadgebiet damals 2011 beobachtet werden (siehe Chronik Teil 6, 04.01.2011, 4 Bilder).

Die am heutigen Tag ist nun noch optimaler zu beobachten:

GS 2 während der partiellen Sonnenfinsternis Blick auf Jena von den GS 2 während der partiellen Sonnenfinsternis


Im Verlaufe der Woche gab es wieder einige Geschehnisse, beide Gipsschlotten betreffend. Hier zusammengefasst die Ereignisse:

- Seit dem 16. März ruhen alle Abbrucharbeiten im Baugebiet. Die Mitarbeiter des Kommunalservice wurden abgezogen, der Bauwagen entfernt und viele "Betreten Verboten" Schilder wurden an verschiedenen Bäumen angebracht. Im Bereich der Baustelle ist nun Ruhe eingetreten.

- Die Ausgrabungen an den GS 2 wurden fortgesetzt. Der große Gletschertopf wurde bis zu seiner maximal erreichbaren und machbaren Tiefe von 1,20 m ausgegraben. Der Aushub wurde am Hang unterhalb verteilt. Etwa 80% der Arbeiten auf der Fläche der GS 2 sind abgeschlossen.

- Es ist ein vor Ort Termin mit Vertretern des Fachdienstes Umweltschutzes, untere Naturschutzbehörde, des Fachdienstes Stadtplanung und der TLUG/geologische Dienst geplant. Man möchte mich natürlich mit dabei haben.

- Nach jedem Gang zu den GS 2 wurde der Steinhaufen an den GS 1 aufgefüllt. Nun sind auch ein Braunkohlenquarzit, ein Flintbruchstück und ein Stück aus dem oberen Muschelkalk in dem Steinhaufen zu finden.

- Wieder gibt es Visionen und Ideen - eine Art "Agenda 2020" für den Ersten Geologischen Lehrpfad von Jena! Mehr dazu folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

- Ein Treffen mit zwei Geologen an den GS 1 rundete mit vielen Informationen die Sache ab.

Mit Geologen an den GS 1 Viele "Betreten verboten" Schilder sollen Neugierige auf die Gefahren der Baustelle hinweisen.


Es folgen nun noch zeitnahe das restliche Freilegen des Bereiches zwischen dem Kleinen/Großen Gletschertopf und der Verwerfung (?) am Komposthaufen (einschließlich der Beseitigung dieses Haufens). Die rechteckige Grube und die runde Betonplombe mit der Markierung (?) müssen auch noch beseitigt werden. Danach erfolgt eine Kartierung und ein Geotopschutzgutachten bzw. eine Ergänzung zum bestehenden Gutachten der GS 1.

21.03.2015:

Mit dem heutigen Tage wurden die Freilegungsarbeiten im Zusammenhang mit einer nun folgenden Kartierung im Wesentlichen beendet. Die Lücke zwischen dem südlichen Bereich der Hangschlotten am "Komposthaufen" und der Ablaufrinne des Großen Gletschertopfes wurde freigelegt. Neben dem Großen Gletschertopf kam im Fußbereich des sich anschließenden Gipsfelsens noch ein weiterer sehr gut geformter und fein gegliederter Gletschertopf zum Vorschein! Dieser hat in einer Schlotte große Ähnlichkeiten mit dem "Großen Gletschertopf" und erhält nun den Namen "Kleiner Gletschertopf". Eine vorher so genannte Schlotte ist nur eine Verbreiterung der Abflussrinnen beider Gletschertöpfe. Der "Kleine Gletschertopf" wird in Folge noch etwas vertieft werden. Außerdem wird der Komposthaufen noch beseitigt bzw. verteilt, die beiden Betonfremdelemente, Plombe (?) und Grube werden ebenfalls in Kürze noch entfernt. Dann scheinen die groben Arbeiten vorerst abgeschlossen. Aus diesem Anlass wurde am südlichen Ende ein Steinhaufen auf einer ehemaligen Feuerstelle angelegt. Er enthält überwiegend Gips aus den Freilegungsarbeiten und aus der unmittelberen Umgebung (auch Teile der ehemals vohandenen Gipsschlotten wurden geborgen), einige Rötdolomite (u. a. Sauriersandstein und Rhizocoralliumbank) sowie Fremdsandsteine (zum Teil behauen) evtl. aus dem Rhät (?). Als Beifunde gab es dieses Mal eine Kappe aus Messing evtl. von einem Knopf (?) mit etwas Kupfersenkundärmineralien, eine kleine Steingutscherbe neueren Datums (?) und ein Münzfund (!) mit 24 DDR - Pfennigen aus der Umgebung. Dieser Fund entstammte einer Blechdose. Er wurde anschließend genauer untersucht: Es fanden sich Pfennige aus den Jahren 1968 bis 1986. Der letztere Pfennigjahrgang ist als Jüngster aus dem Gründungsjahr des Ersten Geologischen Lehrpfades hier nun zu sehen! (Bilder von zwei Funden siehe unten)

Leider gab es auch wieder einen Verlust zu bemerken. Der mir dankenswerterweise von den KSJ Mitarbeitern dort abgestellte Spaten, als Ersatz für die schon in der Anfangszeit der Ausgrabungen geklaute Schaufel gedacht, war verschwunden! Das konnte nur am Nachmittag des 20.3. passiert sein! Als schlechteren Ersatz fand ich einen noch brauchbaren Spaten im Umfeld des Standortes der ehemaligen Baubude. Da die Arbeiten nun im Wesentlichen abgeschlossen sind, ist der Verlust verschmerzbar. Trotzdem "Armes Deutschland"!

Für den Steinhaufen an den GS 1 fand ich im Gelände noch einen Trochitenkalk aus dem mo 1 (Oberer Muschelkalk) und für das Raritätenkabinett einen Fuß (von einem Stuhl oder Tisch ?) aus Eisen einen Ast nachahmend.

Der Weg von den GS 1 zu den GS 2 wurde wegen einer bevorstehenden Führung mit verschiedenen Vertretern der Stadt Jena und der TLUG schon etwas "vorgesäubert". Weitere Arbeiten am Weg und Feinarbeiten an den GS 2 folgen noch.

In der Ausgabe 01/15 der Wenigenjenaer Nachrichten vom März 2015 erscheint der Beitrag über die Entdeckung und Freilegung der GS 2 und der Erweiterung der GS 1 mit zwei Bildern (s. später Zeitungsartikel).

22.03.2015:

Freilegungsarbeiten an den Gipsschlotten 2 abgeschlossen: Eigentlich schon am Vortag sollten die Freilegungsarbeiten nach dem Lückenschluss abgeschlossen worden sein (s. 21.3.). Nur die Betonblome und die kleine Grube mussten noch entfernt werden und danach sollte der rechts sich anschließende "Kleine Gletschertopf", der auch die Form eines vierblättrigen Kleeblattes aufweist, noch etwas vertieft werden. Das Umfeld nach Norden zu (im Bereich links der Hauptstörung des anstehenden Fasergipses), und der Zugangsweg von den GS 1 aus wurde für eine bevorstehende Führung mit der Stadtverwaltung vorbereitet (Treppe etwas gesäubert, Notstufen oberhalb der GS 1 angelegt, Stämme zur Seite gelegt - ein durch die Baggerarbeiten umgeknickter Stamm musste für den Weg durchtrennt werden). Dieser Weg könnte später auch der Stichweg von der Verlängerung der Planstraße B "An den Gipsschlotten" aus zu den GS 2 werden. Ich sah schon "in Gedanken" den "Wegweiser" und die GL-Symbole an verschiedenen Markierungsbäumen beiderseitig aufgemalt! Die Arbeiten gingen schnell voran. Unter der Grube war das grüne/blaue "Mineral", welches ich nun als Farbreste deute (das genaue Ergebnis steht noch aus), bis in die anstehenden Gipsfelsen eingedrungen! Die Betonblombe wurde als Begrenzungspunkt der zukünftigen Geotopfläche nach Westen gegenüber des Herzgipsfelsens und des klassischen Strudeltopfes platziert. Sie wurde nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet und bietet nun einen attraktiven Standpunkt zur Betrachtung der Gipsschlotten 2. Zum Schluss stand nun nur noch der Komposthaufen im Wege! Nach dem Umsetzen des Haufens in den Randbereich erlebte ich wieder eine Überraschung! Unter dem Kompost kam plötzlich eine völlig ebene Gipsplatte zum Vorschein! Diese erwies sich als Fuß und Fortsetzung der Schlotten nach Süden zu. Am Rande der schon in einer vorherigen Aktion freigelegten Hangschlotten konnte ich nun eine völlig mit gelben/braunen Lehm gefüllte nierenförmige Gipsschlotte erkennen. Diese wurde anschließend ausgegraben. Zum Abschluss der Freilegungsarbeiten sollte noch eine völlig "Neue", auch meinen "Vorgängern" (Karl Brauckmann und Ernst Naumann) sicher nicht bekannte Gipsschlotte von gut 50 cm Länge freigelegt werden! Das war noch einmal der Abschlusshöhepunkt der Ausgrabungen an den GS 2! Die Gipsschlotte hatte eine perfekte nierenförmige Form! Danach verliert sich die Gipsplatte unter dem anstehenden Lehm und verläuft im spitzen Winkel auf die einzelnen Hanggipsfelsen nach Süden zu aus. Der Bereich am Steinhaufen wird auch in Zukunft so naturnahe belassen. Weitere Ausgrabungen werden dort nicht erfolgen. Ob sich darunter noch weitere Gipsschlotten befinden, ist auf Grund der Nähe zu den Hanggipsfelsen eher unwahrscheinlich. Beifunde gab es nicht (abgesehen von einem halben Reagenzglas und einem Rest eines Stiftes - beides wurde im Komposthaufen gefunden).

Die Freilegungsarbeiten sind damit im Wesentlichen beendet. Es folgen noch Restarbeiten (Beseitigen von Restschotter auf den freigelegten Flächen, Vertiefung des klassischen Gipsfelsens und weiteres Entfernen des Komposthaufens durch die Gartenanlieger). Eine Kartierung wird nun erst im Zusammenhang mit einem Geotopschutzgutachten erfolgen. Dazu müsste aber erst ein Auftrag durch die TLUG und die Untere Naturschutzbehörde erfolgen.

Nach dem morgigen Termin mit verschiedenen Vertretern von Stadt und TLUG wird es dann hoffentlich etwas ruhiger um die "Gipsschlotten 2". Ich kann mich dann auch wieder den anderen Problemstellen des Ersten Geologischen Lehrpfades von Jena zuwenden (Bsp. Aufschluss 3 Freilegungen oder Aufschluss 5 "Marienblick", immer noch fehlende Erläuterungstafel !). Der Zweite Geologische Lehrpfad müsste ebenfalls wieder einmal in die "Kur" genommen werden (Markierungsarbeiten!). Langeweile wird wohl auch in der Zukunft nicht aufkommen!

Bildanhang 21.03./22.03.:

Die Überraschung unter dem Komposthaufen: Eine Gipsplatte! ..mit einer deutlich erkennbaren Schlotte (vor Ausgrabung) ..mit einer deutlich erkennbaren Schlotte (nach Ausgrabung) Das "Kleeblatt"- der kleine Gletschertopf ! Überblick über die GS 2 vom Ende der Ausgrabungen Die letzten "Beifunde!"


23.03.2015:

Vor Ort Termin mit Vertretern des Fachdienstes Umweltschutzes, untere Naturschutzbehörde, des Fachdienstes Stadtplanung und der TLUG/geologische Dienst: Hier die Ergebnisse der Beratung/Abstimmung:

- Die TLUG/geologischer Dienst befürwortet eine Unterschutzstellung der "Gipsschlotten 2" und wird im Rahmen eines Verfahrens den Antrag auf Unterschutzstellung vergeben. Die Ausgrabungen wären sehr fachgerecht und eindrucksvoll ausgeführt worden! Dieser Aufschluss wäre geologisch sehr bedeutsam und anschaulich (klarere Darstellung der gletschertopfartigen Auskolkungen als an den GS 1, tektonische Störungen mit deutlichem Versatz) und historisch sehr wertvoll auf Grund des Wiederauffindens des klassischen Strudeltrichters von 1908/1915/1928 aus den entsprechenden Abbildungen der klassischen geologischen Literatur von Jena!

- Die mögliche öffentliche Zugänglichkeit der GS 2 wäre aber nicht unproblematisch und die Machbarkeit eines Zuganges müsste geprüft werden (Treppen, Zugang vom vorderen Verbindungsweg zwischen den Planstraßen A und B aus, Aussichtspunkt, etc.?). Meine Vision später den Ersten Geologischen Lehrpfad über einen Stichweg oder teilweise über beide Planstraßen verlaufen zu lassen und dann einen Verbindungsweg mit direkter Anbindung an die Geotopfläche zu nehmen, müsste im Rahmen einer Planänderung geprüft werden. Besonders wichtig wäre auch die spätere Eigentumsfrage der Geotopfläche - auch im Hinblick auf die Zugänglichkeit - zu klären. Hier hätte natürlich der jetzige Eigentümer - die KIJ - das Sagen!

- Meine rein informatorische, provisorische Beschilderung "Naturdenkmal" muss aus formal rechtlichen Gründen entfernt werden! So mancher "Besucher" hätte mit einer solchen Kennzeichnung seine Probleme und würde dies dann dem Umwelt-und Naturschutzamt mitteilen! Wer auch immer und warum? Ich leistete dieser Anweisung nach Beendigung der vor Ort Begehung Folge und nahm die nur ganz provisorisch dort aufgestellte Eule, samt Pfahl, wieder mit zurück in das "Raritätenkabinett". Eine Unterschutzstellung ist ja auch noch nicht erfolgt. Insofern dürfte ja die Naturschutzeule rein rechtlich dort auch (noch) nicht stehen! Ich wies zwar auf die eigene Herstellung dieser Naturschutzeule hin, konnte aber trotzdem nicht verhindern, sie dort stehen zu lassen. Später würde nach offizieller Unterschutzstellung eine normgerechte Eule durch das Amt dort angebracht werden! Dafür bietet sich nun die Möglichkeit den historisch abgebildeten Strudeltopf zeitnahe noch etwas zu vertiefen! Eine mir später zugetragene Idee von einer an der Begehung teilnehmenden Mitarbeiterin des Umweltamtes, das alte Hinweisschild dort wieder aufzustellen (s. Chronik Teil 8, 13.07.14 linkes Bild oben) finde ich auch annehmbar. Dafür müsste die Tafel aber erst "wetterfest" gemacht und der Pfahl gestrichen werden. Möglich wäre es dann auch eine laminierte A4 Seite des klassischen Strudeltrichters dort mit zu zeigen.

- Erst jetzt wurde der Verwaltung richtig klar, um was es sich bei den "Gipsschlotten 2" handelte und man konnte sich anhand der vor Ort Begehungen und meinen Erklärungen erst ein konkretes Bild außerhalb der Planungsunterlagen machen!

- Die Presse (TLZ/OTZ) wurde vorher durch mich per Mail über dieses Treffen informiert, war aber glücklicherweise nicht gekommen! Ein Artikel über die Beendigung der Ausgrabungsarbeiten wird nun evtl. zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht. Vielleicht gibt es dann auch schon neue Ergebnisse zur Unterschutzstellung der GS 2 die dann mit in den Beitrag gebracht werden können?

- Noch etwas Positives zum Abschluss: Mit der Gestaltung des erweiterten Bereiches des Geotops G S 1 war man sehr zufrieden. Die Säulen am Hang und auch die untere Begrenzung könnten später (wenn einmal wieder Geld zur Verfügung steht!) auch noch mit entfernt werden. Der Bereich kann nun ohne Probleme (entgegen früherer Ansichten des Umweltamtes!) mit in die Geotopfläche einbezogen werden. Auch der Steinhaufen wurde akzeptiert. Er verursachte ja auch keine Kosten (siehe Belang Nr. 14). Die Zugänglichkeit vom späteren Verbindungsweg (Treppenanlage) zum Geotop wäre auch später problemlos möglich (siehe Chronik Teil 6, 18.11.2011). Das teilweise schon wieder marode Geländer (besonders am Zugangsweg) an den GS 1 wird nun auch zeitnahe durch den IB (?) wieder ausgebessert. Hier ist die Stadt Jena in der Verkehrssicherungspflicht !

Jetzt sind nicht nur eine Schaufel (Privat) und ein Spaten (KSJ ?), sowie nun auch die "Naturschutzeule" (Eigenanfertigung) von den GS 2 verschwunden!

Als Sprecher der Arbeitsgruppe "Geotopschutz" im TGV und Vorstands- u. *Gründungsmitglied im TGV (*siehe Chronik Teil 1, 09.06.1990) ist es auch nun meine Berufung sich um den Erhalt solcher geologischen Naturdenkmale nach deren Kenntnisnahme zu bemühen. Und wenn man dann noch "zufällig" dieses Naturdenkmal direkt fast vor der Haustür hat, ist es auch noch lohnenswerter (Zeit u. Geldfrage spielen da keine Rolle). Was wäre, wenn ich nicht hier am Hausberg geboren und als Jenenser groß geworden wäre?! Dann wären die "Gipsschlotten 2" wohl mit ziemlicher Sicherheit (wie vielleicht auch die GS 1) unbeachtet geblieben und evtl. mit überbaut worden! Das heißt, sie wären dann für immer verloren gewesen...

Die Geschichte hat es eben anders gewollt und Zufälle gibt es nicht...

"Ich bleibe jedenfalls am Ball" (wie *Herr Bernd "Schnitz" Schneider - ehemaliger deutscher Fussballspieler und ein "Anlieger" des Ersten Geologischen Lehrpfades zu sagen pflegen würde!) * Quelle: Wikipedia

Am Ende des "Geotops" steht nun auch ein Steinhaufen!

27.03.2015:

Nach einer kurzen Pause gibt es wieder ein paar Neuigkeiten auch im Umfeld der GS 1 und 2. Die Vorbereitungen zur Anfertigung eines Geotopschutzgutachtens für die GS 2 laufen an. Das hätte natürlich auch Auswirkungen auf den B-Plan des Hausbergviertels und brächte evtl. eine Lösung dieses spätere Geotop als Aufschluss 2a genial in den Ersten Geologischen Lehrpfad von Jena einzubeziehen! Mehr wird aber jetzt noch nicht verraten! Zu einem späteren Zeitpunkt wird es darüber weitere Informationen geben. Während des Schulfestes bzw. der Festveranstaltung in der Nordschule Jena gab es nicht nur kurze Gespräche mit dem Bürgermeister Schenker und dem Stadtchronist M. Rupp, die GS 2 betreffend, sondern auch einen kleinen Informationsstand zu den GS 1 und 2. Die Nordschule und die Gipsschlotten haben ja auch eine Gemeinsamkeit: Das Jahr 1908! In der OTZ/TLZ Sonderbeilage über Jena Ost erscheint ein Artikel "Geologische Sensation vor der Haustür" über die GS 2. Dieser wird später unter Presseartikel zu sehen sein. Eine weitere kleine Überraschung am Rande: Am Aufschluss 1 a sah ich die damals von mir angebrachte Eule plötzlich heute wieder angelehnt an den Chirotheriensandstein vom Fuchsturmweg aus. Ob das auch ein gutes Zeichen ist ?

29.03.2015:

Kontrollgang an den GS 1 und 2: Nach weiterer Vorbereitung der Unterlagen zur Antragstellung zur Unterschutzstellung der GS 2 wurde als Ausgleich für die "Schreibtischarbeit" am Abend eine kurze Begehung zwischen beiden Gipsschlotten im Gelände durchgeführt. Nach nicht einmal einer Woche seit der letzten Begehung, ist nun schon wieder ein Verlust zu verzeichnen! Unbekannte hatten die Bank, die mit der Abgrenzung zur Baustelle diente, an den GS 1 entfernt! Diese Bank diente mit einer weiteren gleichartigen seit Mai 2014 zunächst als untere Begrenzung zum Gartenschuppen. Eine zweite, baugleiche Bank wurde bei den Abrissarbeiten Anfang Februar 2015 dem Schutt beigegeben. Dass das ein Fehler war, stellte sich nun heraus! Wieder einmal muss man zu dem Entschluss kommen, alles vor Ort diebstahlsicher zu befestigen oder Werkzeuge wieder mit nach Hause zu nehmen! Die schon etwas marode Bank hatte doch offenbar einen Liebhaber gefunden. Der Verlust ist nicht tragisch, zeigt aber wieder, dass Ruhebänke im Bereich des Geotops "Gipsschlotten" offenbar nicht gewünscht werden! In der Vergangenheit gab es ja dort auch schon Probleme mit einer Sitzbank (siehe chronik Teil 2). Hoffentlich bleibt wenigstens die "GL Bank" zwischen den Gipsschlotten vor Ort erhalten? An den GS 2 ist es sehr zeitnahe notwendig, ein Schild mit dem Hinweis "schützenswertes Naturdenkmal - bitte nichts beschädigen und beschmutzen" aufzustellen. Das Gebiet wurde offenbar schon als "Spielplatz" entdeckt und ein paar Teile aus den dort geordneten Abbruchresten (Schlauch, Styroporschaum, Kalbelreste, etc.) waren schon in den Gipsschlotten zu finden! Hier ist Handlungsbedarf angesagt, auch das Umfeld weiter zu säubern um solche Dinge später zu vermeiden!

31.03.2015:

Wieder geht ein sehr ereignisreicher Monat für den Ersten Geologischen Lehrpfad zu Ende: Sturmtief "Niklas" und ein Vorläufersturmtief "Mike" fegten über das Lehrpfadgebiet! Die Schäden hielten sich zumindest im unteren Teil des Lehrpfades in Grenzen. Durch die umfangreichen Baumfällungen im Umfeld der beiden Gipsschlotten (insbesondere im Bereich der GS 2) wurde dort aber schon eine erhebliche Windstärke festgestellt. Ob die restlichen Bäume des Grünzuges in Zukunft diesem Wind stand halten werden? Viele der von KSJ bzw. KIJ dort an den einzelnen Bäumen notdürftig befestigte "Betreten Verboten" Schilder wurden durch die Sturmböhen weggerissen! Das "Verkehrsschild" an den GS 1 war umgefallen und wurde etwas nach hinten versetzt neu sturmsicher aufgestellt. Es steht nun unübersehbar am ehemaligen Standort der geklauten Bank. Ob es im mittleren und oberen Teil des Lehrpfades Schäden gegeben hatte, konnte noch nicht ergründet werden. Auf jeden Fall werden sicher wieder viele Äste zur Seite geräumt werden müssen.

01.04.2015:

Werkstattarbeit: Auf der Rückseite der Naturschutzeulentafel wurde folgender Text geschrieben:

 GL   "Gipsschlotten 2"

Klassische "gletschertopfartige Auskolkungen des Gipsfelsens" und "Gipsinsel" am Ufer eines zwischeneiszeitlichen Gewässers. Im Jahre 1908 erstmalig beschrieben. Seit den 50er Jahren unter/hinter einer Gartenlaube "verschollen". Bitte nicht beschädigen und verschmutzen! Später als "Aufschluss 2 a" und Geotop (siehe Gipsschlotten 1 ca. 100 m n ö) im Ersten Geologischen Lehrpfad von Jena.

Der Text wurde mit farblosen Lack überlackiert. Nun muss ich abwarten, wie wetterfest die beiden kleinen Tafeln nun sind. Der braun lackierte Pfahl ist es auf alle Fälle. Diese "Erläuterungstafel" ist auch nur als Übergangslösung gedacht. Nach Unterschutzstellung und nachfolgender Anlage der Straßen und Wege hoffe ich auf eine dauerhafte Lösung in Form einer Erläuterungstafel, so wie an den GS 1 oder wie vom Aufschluss 1.

03.04.2015:

Hier zusammengefasst die Ereignisse vor dem Osterwochenende:

- Anfertigung und Aufstellung der Erläuterungstafel mit der Rückseite der Naturschutzeule (Text) sowie Anbringung des klassischen Bildes des Strudeltrichters aus Hess v. Wiechdorff am Pfahl an den GS 2

- Abtragung von restlichen Lehm und Mergelstein am Herzgipsfelsen und an der rechts benachbarten Felspartie im Bereich des "Auges"

- Abstecken der Fläche für das spätere Ausmessen der Fläche (Vorbereitung Geotopschutzgutachten für die GS 2)

- Säubern des abgesteckten Bereiches und Schaffung eines später möglichen weiteren Zuganges über die Treppen am nördlichen Ende der zukünftigen Geotopfläche. Während der Suche nach repräsentativen Gipsstücken mit Porphyroblasten (fein und grob) fand ich wieder einen Spaten, eine Schaufel und eine Axt. Diese wurden in der Hoffnung auf Verbleib im Bereich des zukünftigen Geotops zu den anderen Geräten gestellt.

- Kleine Zufallsführung an den GS 2 mit einem Anwohnerehepaar. Man war von den GS 2 begeistert. Es kommen auch immer mehr kleine Gipsklippen in der nördlich benachbarten ehemaligen "Baugrube" eines Gartenhauses zum Vorschein! Auch etwas unterhalb der GS 2, im Bereich unterhalb des Komposthaufens und südlich davon, scheinen weitere schlottenartige Bildungen (fast) bis an die Oberfläche zu kommen. Hier will ich aber nicht in ein "Wespennest" stechen, sonst nimmt das dann womöglich kein Ende! Das Ergebnis wäre auch ungewiss und der Arbeitsaufwand erheblich zu hoch. Die Kommunalen Immobilien Jena werden es mir "danken", hier nicht weiter zu "forschen"! Die westlich davon gelegenen zukünftigen Baugruben in diesem Gebiet würden solche Hohlräume und Schlottenbildungen früher oder später mit Sicherheit an das Tageslicht bringen (oder hoffentlich eher nicht!).

- Begehung des restlichen Teiles des Geologischen Lehrpfades bis zum Wirtschaftsweg hinter dem Fuchsturm mit dem Ziel, eventuelle Sturmschäden zu sichten und Äste vom Weg wegzuräumen. Unweit von Ulmers Ruh lag ein morscher Baumstamm quer über dem Weg und hinterlies eine Beschädigung (Einbeulung) am Geländer. Sonst hielten sich die Schäden in Grenzen.

- Nach den Osterferien werden die GS 2 vor dem Naturschutzbeirat in der Stadtverwaltung vorgestellt. Dazu wird eine kleine Präsentation vorbereitet. Am Geotopschutzgutachten wird weiter gearbeitet. Eine Beschreibung des Projektes (Wiederentdeckung der GS 2) wurde für die Bewerbung zum Umweltpreis der Stadt Jena eingereicht.

Bildanhang zum 29.03. - 03.04.15:

Das Verkehrsschild nun unübersehbar an der Grenze des Geotops der GS 1 Die neue Erläuterungstafel nebst klassischen Bild auf der Rückseite der Naturschutzeule. Ein möglicher neuer Zugang über Treppen im nördlichen Bereich des zukünftigen Geotops. Überblick über das zukünftige Geotop GS 2 mit dem Stand Anfang April 2015. Von meinem Bodenfenster (Pfeil) aus könnte ich fast bis zu den GS 2 schauen! Kurz vor Ulmers Ruh versperrt ein Stamm den Weg! Der Baumstamm prallte am Geländer ab und hinterlies einen Schaden nahe Ulmers Ruh.


09.04.2015:

Vor genau 70 Jahren gab es unweit der GS 2 auch Bombenabwürfe im Bereich der Hausbergstraße. Dazu gab es einen interessanten Artikel in der Lokalpresse:

In Sichtweite der Nr. 38 der Hausbergstraße befinden sich die GS 2.

12.04.2015:

Nach kurzer Osterpause wurde noch einmal ein Kontrollgang im Bereich beider Gipsschlotten durchgeführt. Für das Geotopschutzgutachten und die Vorstellung der GS 2 in der folgenden Sitzung des Naturschutzbeirates wurde die Fläche ausgemessen und ausgerechnet. Der unter Schutz zu stellende Bereich beträgt etwa 135 m². Das Werkzeug wurde hinter der Marmorplatte deponiert und stört somit nicht mehr beim Anblick des Aufschlusses. Leider gab es am Herz eine kleine Beschädigung an der Spitze der oberen Gipsplatte. Wahrscheinlich war ein Besucher zu weit an die Kante herangetreten und hatte dadurch ein kleines, hohl liegendes Stück sicher unbeabsichtigt, abgebrochen. Um so wichtiger ist der Hinweis auf das Vermeiden von Beschädigungen auf der Erläuterungstafel.

14.04.-15.04.2015

Sowohl im Umweltbeirat, als auch in der Vorstandssitzung des TGV waren die "Gipsschlotten 2" ein wichtiges Thema. In der Umweltbeiratssitzung in der Stadtverwaltung Jena Am Anger 26 wurde eine kurze Präsentation zu den GS 2 vorgestellt. Allgemeine Zustimmung herrschte bei dem Beschluss die Gipsschlotten 2" als Geologisches Naturdenkmal zu beführworten und die entsprechenden Stellen darüber zu informieren. Nun muss nur noch das schon fast fertige Gutachten bei der unteren Naturschutzbehörde eingereicht werden. Dann geht es an die Planänderung zum Beispiel den Verbindungsweg zwischen beiden Planstraßen eventuell nach Norden bis kurz vor den GS 2 und der geschützten Baumgruppe planungsmäßig zu verlegen (Bild unten rechts) und der Lehrpfad könnte dann später zuerst über die Karl - Brauckmann Straße, den Verbindungsweg mit Anbindung an die GS 2 und die Straße "An den Gipsschlotten" verlegt werden. Dann wäre die Reihenfolge wie folgt: Aufschluss 1, Aufschluss 1 b (1 a nur von der Straße aus), Aufschluss 2 a (Geotop "Gipsschlotten 2"), Aufschluss 2 (Geotop "Gipsschlotten 1") und weiter wie bekannt. Visionen, die in absehbarer Zeit verwirklicht werden könnten. Ein "dritter geologischer Lehrpfad" in anderer Weise ist am benachbarten Jenzig geplant, wie ich heute in der Vorstandssitzung des TGV erfuhr. Mehr darüber vielleicht später!

Fläche des Geotops mit ca. Maasen Vorschlag der Anbindung an den GL 1


18.04.2015:

Beseitigung von Restlaub an beiden Gipsschlotten. Durch die vergangenen Stürme war besonders an den GS 1 einiges an Laub in die Schlotten geweht worden. Auch an den GS 2 musste besonders im Bereich des Großen Gletschertopfes das dort hineingewehte Laub entfernt werden. Das Entfernen des Laubes aus dieser tiefen Schlotte war gar nicht so einfach. Mit zwei Spaten konnte es aber dann ganz gut erledigt werden. Die weitere Entnahme der Komposterde durch die benachbarten und ehemaligen Gartenbesitzer verführte mich dazu nachzuschauen, ob die Gipsplatte noch weiter unter dem Resthaufen verläuft. Das war tatsächlich der Fall! Zwischen der nierenförmigen Schlotte am südlichen Ende der Freilegungen und der kleinen Verwerfung(?), die den großen Gletschertopf vom Rest des Aufschlusses trennt, wurde noch ein kleiner runder Gletschertopf ausgegraben. Damit vervollständigt sich das Gesamtbild. In diesem Bereich folgen später noch weitere partielle Freilegungen, wenn der Komposthaufen durch die Gartenanrainer in Folge noch weiter verkleinert wird. Ein interessantes Gespräch gab es mit dem ehemaligen Gartenpächter des Hauses oberhalb der GS 1. Ich erfuhr dabei so manches Detail über die Pächter im Umfeld beider Gipsschlotten (u.a. waren es Lehrer). Man kannte natürlich auch den Pächter des ehemaligen Gartengrundstückes, unter dem die GS 2 zum Vorschein kamen. Damals in den 60er Jahren wurden die verwilderten Grundstücke urbanisiert. Der ehemalige Pächter sprach von Schuttablagerungen (auch durch die Bombenabwürfe auf Jena -Ost), die dort nach 1945 abgelagert wurden. Das deckte sich mit meinen Funden, u.a. des Stulpes aus der ehemaligen Brauckmannschule! Vor 3 Jahren war dann den Pächtern gekündigt wurden. Viele hätten unter Tränen ihr Pachtgrundstück aufgeben müssen. Er kannte auch meine Aufzeichnungen zur Information über das Baugebiet im Bereich seines ehemaligen Bungalows oberhalb der GS 1 (s. chronik Teil 8). Von den GS 2 war er nach meiner Erläuterung begeistert. Die Freilegungsarbeiten - dieses Mal wieder an den GS 1 - werden nun zeitnahe fortgesetzt.

19.04.2015:

Wie angekündigt wurden die Freilegungsarbeiten  an der Westspitze der GS 1 fortgesetzt. Nach dem Freilegen ergab sich folgendes Bild:

Die Gipsschlotten 1 enden, zumindest an der Oberfläche, mit zwei wahrscheinlich isolierten Gipsfelsen. Der größere Felsen enthielt etwas versetzt am Fuß eine strudeltopfartige Auskolkung. Sie hat aber keine Ähnlichkeit mit der klassischen Felspartie von den GS 2. Die beiden isolierten (?) Felsen waren vom Hang abgedriftet und dadurch gegenüber der sich östlich angrenzenden Hangschlotte (-felsen) vom übrigen Teil stark schräg geneigt und versetzt. Der in der "Probegrabung" vom Februar 2015 zu sehende Gipsvorsprung gehört wahrscheinlich zu der sich nach Unterbrechung wegen Wurzeleinwuchs nach Osten zu fortsetzenden Hangschlotte (-felsen). Eine Untersuchung (Grabung) mit dem Ziel zu erfahren, ob es eine Fortsetzung der Gipsschlotten nach Westen zu gibt, wäre auf Grund des großen Arbeitsaufwandes und einer erforderlichen Hangsicherung zu aufwendig und nicht realisierbar. Es könnte auch die Möglichkeit des Vorhandenseins einer "Lücke" zwischen den einzelnen kleinen Gipsfelsen nahe der GS 2 und dem Ende der GS 1 geben. Die Abgrabungen werden nun nur noch im Bereich des letzten nach Westen zu gelegenen Felsen fortgesetzt und dann abgeschlossen. Der Aushub wurde im Bereich der neu hinzugekommenen Fläche verteilt. Beifunde gab es auch wieder: Ein intakter Deckel eines Porzellancafeesahnekännchens und zwei Tonmurmeln mit einem Durchmesser von etwa 1 cm. Dann gab es natürlich wieder Siedlungsabfälle (Glas, Ziegelreste, Porzellansplitter u. a.). Ein von den GS 2 kommender Wanderer äußerte sich sehr lobend über die Freilegungen der GS 2 und verglich sie mit den "geschichtlichen Freilegungen in Petra/Jordanien"! Er war über die Veröffentlichungen zu den GS 2 in der Presse informiert.

Bilder GS 1 vom 19.4.2015:

Ein einzelner (?) Gipsfelsen mit Gletschertopf Blick auf die westliche Spitze nach Freilegung Das westliche Ende der Gipsschlotten 1 Blick von oben auf das westliche Ende und den Steinhaufen


Bilder GS 2 vom 18.4.2015:

Der letzte Gletschertopf zwischen Verwerfung und nierenförmiger Schlotte Unter dem Komposthaufen geht es weiter!


21.04.2015:

Abschluss der Freilegungesarbeiten an der Westspitze der Gipsschlotten 1: Mit dem Ausmessen der Längsausdehnung der Gipsschlotten 1 wurden die Freilegungsarbeiten auch an den GS 1 vorerst beendet. Eventuell vor dem Tag des Geotops im September wird die Lücke zwischen der Abschlussschlotte und dem nach Osten zu angrenzenden Bereich noch freigelegt. Dort werden durch starken Wurzeleinwuchs und mächtige Erdablagerungen die Freilegungen zur Zeit noch behindert. Schon kurz nach dem Beginn des restlichen Abtragens von Erdreich im Bereich der westlichen Spitze des Geotops wurde klar: Die ursprünglich als zwei getrennte Einzelgipsfelsen an der Oberfläche zu sehenden Gipsklippen gehören zu einem Felsen! Im Fußbereich sind sie mit einer Art halben Gletschertopf miteinander verbunden. Es ergibt sich nun eine Gesamtlänge der GS 1 von ca. 30 m. Dabei kamen durch die Wiedervereinigung noch ca. 6 m hinzu (ursprüngliche Länge bis zum Zaun 24 m). Das heißt, gut ein Fünftel der Länge wurde hinzugewonnen! Das Geotop "Gipsschlotten 1" hat nun nach dem Abriss des Gartenhauses noch erheblich an Wertigkeit gewonnen! Nicht zu vergessen ist natürlich die Entdeckung der GS 2. Beide Schlotten kommen nun auf eine Gesamtlänge von gut 51,00 m. Ein wahres "Gipsschlottenparadies" ist am Hausberg entstanden! Nach Rücksprache mit der TLUG wird noch in dieser Woche das Geotopschutzgutachten bei der unteren Naturschutzbehörde eingereicht. Außerdem wird eine Veranstaltung zu einer Führung über Teilbereiche des GL 1 zum Tag des Geotops im September bei der TLUG angemeldet und ich werde um Genehmigungen bei den K I J  anfragen (s. 29.4. diese Chronik).

Ursprünglich getrennte Klippen gehören zusammen Blick von Westen auf die GS 1 Am Fuß miteinander verbunden Das westliche Ende noch einmal vollständig bis zum Fuß freigelegt.


23.04.2015:

Das Geotopschutzgutachten für die "Gipsschlotten 2" wurde über den Verteiler an die Untere Naturschutzbehörde und andere *betreffende Stellen (*zur Information) eingereicht. Es folgt noch eine Absprache mit dem Eigentümer der Fläche, den kommunalen Immobilien Jena, und dann warte ich die weitere Verfahrensweise ab. Aus diesem Anlass wurde noch ein großer interessanter Milchquarzbrocken (in der Umgebung gefunden) auf die Spitze des Steinhaufens an den GS 2 gelegt (siehe Bild rechts)! Dabei sah ich wie der Komposthaufen noch weiter verkleinert wurde. Ein Grund da später noch einmal nachzuschauen. Mich interessiert, wie weit sich die Gipsplatte darunter noch nach Westen zu fortsetzt (siehe Bild links). Die Freilegungsarbeiten an beiden Gipsschlotten sind aber im Wesentlichen, bis auf die paar genannten Kleinigkeiten, abgeschlossen und es wird dort fortan etwas mehr Ruhe eintreten. Interessant wäre es auch zu erfahren, in wie fern die Sturmschäden bei Ulmers Ruh inzwischen beseitigt worden sind, oder ob man da auch noch einmal "Hand anlegen" muss! 

Wie weit wird sich der Gipsfelsen unter dem Komposthaufenrest noch fortsetzen? Dieser Milchquarzblock gehört zwar nicht zu den Gesteinen der Umgebung .


29.04.2015:

Das schon angekündigte Gespräch mit den Kommunalen Immobilien hatte folgendes Ergebnis:

- Mit Originalbildmaterial aus der klassischen geologischen Literatur (u. a. aus den Erläuterungen zum Blatt Jena) wurde noch einmal die Bedeutung der Entdeckung der Gipsschlotten 2 gezeigt und erklärt.

- Die Freilegungsarbeiten an den GS 2 sind beendet und abgeschlossen.

- Die GS 2 werden mit einer Änderung im B- Plan unter Schutz gestellt und bleiben damit für die Zukunft erhalten. Die Baugrenze wird um 3 m nach Westen verschoben.

- Bis zum endgültigen Verkauf bzw. dem Abschluss der Erschließung der Flächen werden dort Vor Ort keine öffentlichen Führungen angeboten. Die zum Tag des Geotops 2015 am 20.9.15 geplante Führung zu den GS 2 wird aus Verkehrsicherungsgründen nicht stattfinden. Ein Besuch der anderen geplanten Aufschlusspunkte ist aber vorgesehen: An diesem Tag werden, neben dem Scheuersandabbau am Aufschluss 1 (Schillstraße), die nun erweiterten Gipsschlotten 1 vorgestellt und Hinweise zum zukünftigen Geotop "Gipsschlotten 2" gegeben. Die Änderung der Veranstaltung wurde der TLUG per E- Mail mitgeteilt (s. 21.4.2015 diese Chronik)

- Der Ortsteilrat Wenigenjena wird in einer folgenden Sitzung über die B-Planänderung beraten und darüber befinden. (Weitere Einzelheiten werden erst nach dieser Beratung hier bekannt gegeben.)

- Die Gipsschlotten 1 werden, so wie geplant, später in das Wege- und Straßennetz des zukünftigen Hausbergviertels eingebunden. Bis zu diesem Zeitpunkt wird unterhalb des Geotops ein Betretungsverbot durch die Beschilderung und Absperrung angezeigt. Der Verlauf des Ersten Geologischen Lehrpfades würde entsprechend dieser Planung in seinem Verlauf in diesem Bereich dann verändert. 

- Mit der Erschließung der Straßen und Wege ist nicht vor 2016 zu rechnen.

Schon am Vortag gab es eine öffentliche Veranstaltung (Vortrag) der Bürgerinitiative Kernberge zur Geologie über die Kernberge ("Die Kernberge - ein geologisches Phänomen"). Dabei wurden auch einige Aufschlüsse des Ersten Geologischen Lehrpfades erwähnt. Neben der Schillstraße und der *Wilhelmshöhe (*leider hier als sehr verwachsen bezeichnet), gab es ein paar Bemerkungen zu Ulmers Ruh und allgemein zu Rutschungen am Hausbergnordhang. Der Felssturz bei Ulmers Ruh vor einigen Jahren ist als typisches Lokalereignis in diesem Gebiet bezeichnet worden. Weitere Hinweise siehe später (nach der Führung am GL 2) im Tagebuch des Zweiten Geologischen Lehrpfades von Jena.

06.05.2015:

Wieder gibt es viele Neuigkeiten im Zusammenhang mit dem Satzungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplanes "Hausbergviertel" (B-Wj 03.1) - siehe: https://sessionnet.jena.de/sessionnet/buergerinfo/vo0050.php?__kvonr=6689&voselect=6638

Satzungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplanes Umweltbericht "Hausbergviertel" Stand 22.04.2015 (Auszüge GS 1 und 2 betreffend):

...Darüber hinaus fand eine kürzlich erfolgte geologische Wiederentdeckung Aufnahme in die Planung. Einige Meter südwestlich des vorhandenen Geotops Gipsschlotten wurden im Februar 2015 bei Beräumungsarbeiten innerhalb des Plangebietes weitere derartige Gesteinsformationen (Gipsschlotten 2) freigelegt, die bisher mit einer Gartenlaube überbaut waren. Um den Erhalt dieser Gesteinsformationen zu gewährleisten, wurde die Umgrenzung der dort geplanten grünordnerischen Vermeidungsmaßnahme 2 so angepasst, dass sie die Gipsschlotten 2 nicht nur teilweise, sondern vollständig einschließt. Dabei wurde auch die benachbarte rückwärtige Baugrenze des Baufeldes WR 8 in dem betreffenden Abschnitt um zusätzliche 3 m von den Gipsschlotten abgerückt, wodurch dort die Baufeldtiefe von 23 m auf 20 m verringert wird. Dies ist als geringfügige Änderung der Planung einzustufen. Der Grundstückseigentümer (Stadt Jena, vertreten durch KIJ) hat dieser Anpassung zugestimmt....

(siehe Amtsblatt der Stadt Jena Nr. 25/15 vom 25.06.2015, S. 202: http://www.jena.de/fm/415/amt25_15.pdf)

... Nordöstlich des Plangebietes befindet sich ein sogenanntes Geotop, die Gipsschlotten. Hierbei handelt es sich um Aufschlüsse von fossilfreien Gipsen der Salinarrötfolge des Oberen Buntsandsteines. Diese wurden im Jahre 1908 im ehemaligen Brauckmannschen Grundstück zufällig bei der Anlage des terrassenartigen Gartens entdeckt. Unterhalb des Aufschlusses ist die bis 20m mächtige Folge der fossilfreien Gipse als Fasergips, Alabastergips und Gipsspat in zahlreichen kleinen Felsen eingeschlossen. Die Gipsschlotten wurden im Jahr 2001 als Naturdenkmal ausgewiesen. Sie sind Teil eines geologischen Lehrpfades. Einige Meter südwestlich des Geotops wurden im Februar 2015 bei Beräumungsarbeiten innerhalb des Plangebietes weitere Gipsschlotten (Gipsschlotten 2) freigelegt, die bisher mit einer Gartenlaube überbaut waren. Eine Ausweisung als geologisches Naturdenkmal wird derzeit geprüft. Die im Plangebiet vorhandenen kleineren Gipsschlotten 2 bleiben vollumfänglich erhalten. Eine Beeinträchtigung ist nicht zu erwarten, da sie sich innerhalb einer Fläche befinden, auf welcher die vorhandenen Gehölzstrukturen zwingend zu erhalten und Bebauungen aller Art ausgeschlossen sind (Vermeidungsmaßnahme 2). Dazu wurde die Umgrenzung dieser Fläche angepasst, so dass sie die Gipsschlotten 2 vollständig einschließt...

...Im Plangebiet befindet sich das bereits unter dem Schutzgut Boden beschriebene Geotop „Gipsschlotten“. Das Geotop steht seit 03.05.2001 als Naturdenkmal unter Schutz und ist Teil eines geologischen Lehrpfades. Es wurde 1908 auf dem Grundstück von Karl Brauckmann, eines Sonderpädagogen per Zufall bei der Anlage des terrassenförmigen Schulgartens entdeckt. In den Jahren 2005 und 2006 wurden die Gipsschlotten von Erdreich und Vegetation wieder bzw. stärker freigelegt. Die Gipsschlotten werden von der Planung nicht berührt. Nordöstlich des Plangebietes befindet sich das als Naturdenkmal ausgewiesene Geotop „Gipsschlotten“. Es wird von der Planung nicht berührt und erfährt somit keinerlei Veränderungen. Innerhalb des Plangebietes wurden bei Beräumungsarbeiten weitere Gipsschlotten (Gipsschlotten 2) freigelegt. Diese befinden sich auf einer Fläche, welche als private Grünfläche ausgewiesen ist. Die Umgrenzung dieser Fläche schließt die Gipsschlotten 2 vollständig ein. Beeinträchtigungen der Gipsschlotten sind aufgrund der eingeschränkten Nutzbarkeit der Fläche (Vermeidungsmaßnahme 2) nicht zu erwarten....

Dazu kam noch ein ganz überraschender (auch für mich!) Zeitungsartikel in der Lokalpresse TLZ/OTZ: "Die Gipsschlotten nicht mit verkaufen", der natürlich ganz im Sinne des Ersten Geologischen Lehrpfades die Öffentlichkeit auf diese geologische Besonderheit  hinweisen sollte. (Artikel folgt später unter Pressemitteilungen). Bis auf winzige Kleinigkeiten wie Geologischer "Wanderweg", statt Lehrpfad und "Bürgerinitiative Hausberg" - die es unter diesem Name nicht gibt bzw. gab (Bürgerinitiative "Wilhelmshöhe" !) - waren in diesem Beitrag alle Belange aufgeführt, welche die Gipsschlotten 1 am Ersten Geologischen Lehrpfad von Jena und das zukünfige Geotop "Gipsschlotten 2"  betrafen.

Während der Sitzung des Ortschaftsrates wurde auch klar herausgestellt die Gipsschlotten 2 zu erhalten und zu schützen. Man warte wohl noch auf das Gutachten, welches offenbar bei der Unteren Naturschutzbehörde noch nicht eingegangen war. Über eine spätere Eigentumsfrage (privat oder Stadt Jena) könne aber noch keine direkte Aussage getroffen werden, da das nicht Bestandteil des Satzungsbeschlusses wäre. Das würde dann später beim Verkauf der Baufelder entschieden werden (mit Stadtratsbeschluss). Während meiner Präsentation in einem sehr gut besuchten Raum nahe des Schillerhofes in Wenigenjena wurden auch einige Bilder (Texte) der neusten Erkenntnisse aus dem Satzungsbeschluss mit eingebunden. Die Gipsschlotten 2 fanden eine allgemeine Beachtung und Bewunderung bei den beteiligten Bürgern. Es wurde aber auch die Absage einer Führung zum Tag des Geotops am 20.9.15 zu den GS 2 aus verkehrsicherungsrechtlichen Gründen mitgeteilt. Nun wird der Stadtentwicklungsausschuss über den Satzungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplanes "Hausbergviertel" befinden.

07.05.2015:

Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses: Im Tagesordnungspunkt 6 wurde über den Satzungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplanes "Hausbergviertel" (B-Wj 03.1) abgestimmt. Fast alle Punkte (*bis auf die spätere Zugänglichkeit und die Frage nach dem Eigentümer) wurden bestätigt. Damit sind die "Gipsschlotten 2" nun sicher geschützt und aus dem Baufeld herausgenommen. Alle Bemühungen seit Sommer 2014 bzw. seit Januar 2015 hatten sich also in vollem Umfang gelohnt! Inzwischen war das Gutachten eingegangen und durch die TLUG die Wertigkeit des zukünftigen Geotops auch bestätigt worden (laut Aussage der Stadtverwaltung). Eine Realisierung der *noch nicht erfüllten Punkte (s. oben) könnte aber erst in einem späteren Beschluss nach Vergabe der Baufelder erfolgen. Dann wird sich sicher auch eine Möglichkeit finden, das neue Geotop in das Wege- und Straßennetz einzubinden und damit letzendlich das Geotop in den Ersten Geologischen Lehrpfad von Jena als "Aufschluss 2 a" einzubinden. Die Erfüllung dieses "Traumes" wird aber noch viele Monate auf sich warten lassen. Dazu müssen auch erst die Vorausetzungen geschaffen werden (Zugangsstraßen, -wege anlegen, Erschließung, etc.). Auch der andere Traum mit den vorgeschlagenen Straßennamen für die Planstraßen sollte dann später sicher eine Realität werden! Und als sehr positiver Nebeneffekt im Zusammenhang mit diesem Satzungsbeschluss ist die Vollständigkeit und die tolle Ansicht des Geotops "Gipsschlotten 1" zu sehen! Der Satzungsbeschluss wurde mehrheitlich bestätigt. Nach einem kurzen anschließenden Gespräch mit dem Projektleiter der Hausbergbebauung von K I J Herrn Gergele ging ich zufrieden aus der Sitzung im Jenaer Rathaus nach Hause.

Ausschnitt aus dem geänderten Plan mit den GS 2Während der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses


10.05.2015:

Kurze Kontrollwanderung im mittleren Bereich des GL 1: Ein Ziel dieser Wanderung war es auch die eventuelle Beseitigung der Sturmschäden nach dem Sturm "Niklas" nahe dem Aufschluss ("Geotop") Ulmers Ruh zu kontrollieren. Der Stamm lag immer noch quer über den Zugangsweg. Er steht scheinbar auch unter Spannung und wird sich nicht so ohne weiteres beseitigen lassen! Im Bereich des im "Dornröschenschlaf" liegenden gesperrten Abschnittes des Lehrpfades zwischen Ulmers Ruh und Denkmal für 100 Jahre Heimatpflege, hatte es kurz vor dem oberen Absperrgeländer (welches auch schon beschädigt war !) einen kleinräumigen Felssturz gegeben. Ob dieser Abschnitt in Zukunft wieder einmal geöffnet wird? Der Stadtforst wurde in einer E- Mail auf diese Zustände hingewiesen. Zu den während der Führung über den GL 2 angesprochenen Problemen (vor allem fehlende Wegweiser und fehlende Lobby der Geologischen Lehrpfade) siehe Tagebuch des Zweiten Geologischen Lehrpfades vom 9.5.2015. Vielleicht hilft hier auch einmal eine spätere Presseveröffentlichung um auf diesen Zustand hinzuweisen und ihn ggfs. zu ändern.

Unter Spannung stehender Baumstamm bei Ulmers RuhKleiner Felsabbruch kurz nach der Absperrung oben


14.05.2015:

"Komposthaufenschluss" und Lückenschluss: Nach dem Abtragen großer Teile des Komposthaufens durch Anlieger  und ehemalige Gartenpächter konnte auch nach der Beendigung der Freilegungsarbeiten an den GS 2 nun die Frage nach der Ausdehnung der Gipsplatte gekärt werden (s. Bild 23.4. diese Chronik). Mit geringem Aufwand wurde die unter dem Haufen verlaufende Gipsplatte (der "Fuß" des ehemals viel höheren Gipsfelsens/Schlotten) freigelegt. Nach kurzer Zeit zeigte sich das Ende an Hand der grundeten und teilweise abgebrochenen Auslaugungsformen/Gipsfelsen. Eine Schlotte wurde noch etwas vertieft. Mit dem Freilegen der Lücke wurden auch an den GS 1 die Freilegungsarbeiten beendet! Es stellte sich heraus, dass der kleine Gipsfelsen im Probeschurf vom Februar (siehe 21.2./22.2. diese Chronik) das Ende des nach Norden anstehenden Hanggipsfelsen ist. Er hat nun ohne Unterbrechung eine Verbindung mit dem sich nördlich anschließenden Teil der Gipsschlotten, die vor dem Abriss des Gartenschuppens schon frei zugänglich waren. Eine kleine Lücke zwischen den schräg gestellen zusammenhängenden Gipsfelsen am westlichen Ende besteht aber noch. Es ist sehr wahrscheinlich, dass  im Untergrund ein Zusammenhang mit dem abschließenden Gipsfelsen besteht. Eine kleine Störung wird die Ursache dafür sein, dass der Hangbereich (Hangschlotten) gegenüber der letzten schräg und versetzt anstehenden Gipspartie erscheint. Interessante Gespräche ergaben sich mit einer pflanzensuchenden Familie und einem ehemaligen Pächterehepaar des Bungalows oberhalb der GS 1.

Gesamtbild der Schlotten/Gipsplatte unter dem ehemaligen Komposthaufen an den GS 2

Der "Lückenschluss" an den GS 1


26.05.2015:

Eine weitere positive Nachricht betrifft den Zugang zum Aufschluss 4 Geotop "Ulmers Ruh". Dort wurden laut Informationen durch den Stadtforst der quer liegende Baumstamm beseitigt und das obere Absperrgeländer repariert. Eine Nachschau erfolgt später. 

27.05.2015:

Schon fast am Ende des zweiten Teiles der 11. Stadtratssitzung erfuhr ich im Tagesordnungspunkt 17 "Satzungsbeschluss zur Hausbergbbebauung" von dem überaus erfreulichen Ergebnis. Als mit einzigsten Punkt wurde erwähnt dass

die Gipsschlotten 2 erhalten bleiben und auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Herr Dennis Peisker sagte wörtlich sinngemäß ..."gegenüber dem Abwägungsbeschluss gab es eine kleine Änderung, betrifft das Thema Gipsschlotten ... hier haben wir reagiert das diese auch erhalten bleiben können. Nach dem Abriss einiger Bungalows waren sie zu Tage getreten und was es doch für ein kleiner Schatz ist, den es zu erhalten gilt und sie dann auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen ....."

Herr Reinhard Wöckel von der Linkenfraktion betonte im einem kurzen und dem einzigsten Redebeitrag zum Satzungsbeschluss auch noch einmal, dass die  Freilegung der Gipsschlotten 2 eine sehr gute Tat gewesen seien und das man das als positiv würdigen muss ("das mit den Gipssschlotten, dass das gelungen ist, ist eine hervorragende Tat, das will ich auch sagen und das muss man Herrn Peisker auch würdigen. Im Ortschaftsrat wurden diese auch der Öffentlichkeit vorgestellt und gewürdigt..."). Allerdings gäbe es noch andere Probleme, wo man in Zukunft auf die einheimische Bevölkerung doch mehr hören sollte (betrifft Erschließung Burgweg). Ich werde nun dieses positive Ergebnis in der kommenden 25. Jahrestagung des Thüringischen Geologischen Vereins den Teilnehmern und dem Vorstand kund tun. Für das Mitteilungsheft des TGV wird ein weiterer Beitrag über die Gipsschlotten 2 vorbereitet (auch später für die Presse). Der Satzungsbeschluss wurde mit 19 Ja Stimmen angenommen und damit wurde die Hausbergbebauung zum kommunalen Gesetz erhoben.

29.05.2015:

Noch eine Überraschung erlebte ich bei Lesen der Lokalpresse. Unter dem Titel "Gipsschlotten im neuen Wohngebiet - Geologische Besonderheit bleibt erhalten" (TLZ) und "Gipsschlotten im neuen Wohngebiet unter Schutz" (mit Bild vom 14.2.) in der OTZ, fand die kleine Änderung im Satzungsbeschluss nun auch in der Presse eine Würdigung:

TLZ 29.05.2015OTZ 29.05.2015


30.05.2015:

Während der Mitgliederversammlung des Thüringischen Geologischen Vereins stellte ich ein paar Bilder zu den GS 2 aus der Präsentation vor. Die Freilegung der GS 2 in den letzten 4 Monaten fand allgemeine Anerkennung.

04.06.2015:

Sommerabendkontrollgang zu den Gipsschlotten: Nach der Wegnahme vieler Bäume und vor allem des Schuppens ergeben sich tolle Bilder an den GS 1! Die Sonne scheint nun direkt in die Abrißkluft am westlichen Ende sowie auf die neu freigelegten Hangschlotten. Wieder wurde beobachtet, dass vom Hang aus Geröll, Schutt und Äste in die Gipsschlotten eingetragen wurden. Deshalb war erneut eine partielle, kleine Reinigung (und Laubbeseitigung) nötig. Hier müsste man wahrscheinlich noch weitere Sperren am Hang anbringen um diesen "Rutschen" ein Ende zu bereiten. An den GS 2 fand das Pappelstück an der geologischen Störung (war nur zur "Dekoration" gedacht) einen Liebhaber. Hier waren ein paar Kiefernzapfen zu beseitigen. Ein Paar junge Mädchen wollten an den GS 1 zielgerichtet in Richtung Baustelle gehen. Sie waren von meiner plötzlichen Anwesenheit zu so später Stunde überrascht. Als ich sie noch danach fragte, ob sie hier etwas zur "Geologie studieren wollten", suchten sie dann fluchtartig das Weite! Ich wies auf die Baustelle hin und das man da vorerst noch nicht weiter gehen darf. 

Abendlicht an den GS1Abendlicht an den GS1 (Bugschlotte)


06.06.2015:

Umweltpreisverleihung anlässlich des Jenaer RAD  & UMWELTTAGes: Mein Projekt "Ein wiederentdeckter zukünftiger Aufschluss 2 a: "Gipsschlotten 2" des Ersten geologischen Lehrpfades von Jena" war nicht unter den ersten 4 Preisträgern dabei die mit einer Geldprämie belohnt wurden. Das war wohl auch nicht anders zu erwarten, zumal man als Einzelperson gegenüber den Gruppen bei 12 Antragstellern sicher immer benachteiligt ist. Wenigstens erwähnte Herr Peisker das Projekt noch am Ende der Preisverleihung. Nun muss ich mir wieder Sponsoren für die dringend notwendigen Wegweiser beider Geologischer Lehrpfade suchen! Ich war doch in der irrigen Annahme das eventuell dafür erhaltene Preisgeld für den Kauf solcher Wegweiser zu verwenden. Leider gibt es nach wie vor bei der ÜAG bzw. beim Stadtforst Wegweiser betreffend keine Lobby für Geologische Lehrpfade in Jena! Das ist beim Lehrpfad "Schlauer UX", bei der Saalehorizontale und jüngst beim neuen "Klimapfad" im Jenaer Forst ganz anders.

07.06.2015:

Gefahrenstellen beseitigt: Während eines Kontrollganges im Bereich zwischen Geotop "Ulmers Ruh" und Marienblick (Aufschluss 5) beseitigte ich drei gefährlich in den Weg hineinragende dürre Äste. Diese waren seit dem Sturm Niklas teilweise auf den Wanderweg gefallen. Leider war das bisher noch keinem Wanderer aufgefallen bzw. hatte es keinen gestört. Bei Ulmers Ruh wurde der unter Spannung stehende Stamm schon vor einiger Zeit durch den Jenaer Stadtforst nach meinem Hinweis weggeräumt und das obere Absperrgeländer ausgebessert (s. Bild links 10.5.15) . Nun ist der Weg auch wieder in der Dämmerung ohne Verletzungsgefahr begehbar und vor allem Radfahrer(!) werden es mir danken! 

sehr gefährlicher Ast zwischen Abzweig und Geotop Ulmers Ruhweiterer gefährlicher Ast ca. 80 m nach dem Abzweig in Richtung Marienblicknahe am Marienblick unter Spannung auf dem Geländer liegender Ast


11.06.2015:

Geologischer Rundgang mit einer Gruppe der Kita "Fuchsturmweg": Auf Einladung der Kita "Fuchsturmweg" führte ich im Rahmen eines offenen Angebotes eine Kindergruppe von 12 Kindern zu zwei geologischen Aufschlüssen des GL 1 in unmittelbarer Umgebung der Kindertagesstätte. Nicht nur aus historischen Gründen (Villa von Karl Brauckmann), sondern auch als Anlieger des Ersten Geologischen Lehrpfades, konnte ich diese Einladung natürlich nicht abschlagen. So gingen wir mit Lupen und Hammer ausgerüstet zunächst zum Aufschluss 1 in der Schillstraße. Anhand des Chirotherienmodelles und eines original Fährtenabdruckes konnte ich den interessierten Kindern einiges über den Chirotheriensandstein erklären. Natürlich waren die Scheuersandhöhlen rechts und links des Aufschlusses 1 sowie die Probenentnahme von "Scheuersand" aus dem anstehenden Felsen für die Kinder besonders interessant. Am Geotop Gipsschlotten 1 (der Vergleich der geologischen Aufschlüsse des GL 1 mit "Eis" und des Geotopes GS 1 mit "Sahneeins" war hier für die Kinder sehr zutreffend von der Bedeutung her erklärt) erforschten die Kinder diese geologischen Formationen. Den Kindern waren natürlich die Gipsschlotten bekannt. Zum Schluss gab es noch eine kleine Belohnung am "Ende der Wanderung" aus der Gartensammlung. Ich denke durch diese kleine Exkursion vor allem bei den Kindern und den begleitenden Erziehern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen zu haben. Für mich war auch interessant wie in der Kita das Thema Geologie mit einem "Steinlabor" im Garten behandelt wird (siehe Bild unten rechts).

Am Aufschluss 1 des GL 1Die Kinder untersuchen die Gipsschlotten 1Am Ende gab es eine kleine BelohnungDas "Steinlabor" in der Kita enthält überwiegend fossilfreie Gipse


13.06.2015:

Trotz Lückenschluss und Abschluss der Freilegungsarbeiten an der Westspitze der Gipsschlotten 1 besteht immer noch die Frage, ob im Untergrund des letzten Gipsfelsens noch eine Verbindung zu einem unbekannten tiefliegenden Schlottenteil besteht. Das kann nur mit einer Restgrabung am westlichen Ende des Gipsfelsens geklärt werden. Außerdem müsste der Abgrabebereich noch rechtwinklig abgetragen werden und eine Wurzel wäre noch zu entfernen. Der entsprechende Bereich wurde schon einmal mit kleinen Pfählen abgesteckt. Diese Arbeiten werden nun zeitnahe noch vor der Sommerpause erledigt.

20.06.2015:

Fast vor einem Jahr wurden die Gipsschlotten 2 erst wiederentdeckt und die Gipsschlotten 1 konnten, nach kleinerer Erweiterung der Fläche unmittelbar vor der Hütte erstmalig im zugänglichen Teil vollständig umrundet werden (siehe Chronik Teil 8 21./22.06.2014). Aus diesem Anlass setzte ich die Ausgrabungsarbeiten an den GS 1 fort. Das ursprüngliche Ziel war ja eigentlich nur eine Begradigung des westlichen Abschlusses. Während der Arbeiten, die zunächst noch an den bereits freigelegten Schlotten erfolgte, wurde ich im weiteren Verlauf bald eines Besseren belehrt! Die Gipsfelsen setzen sich weiter fort! Noch ist kein Ende bzw.ein Umbiegen der Gipsschlotten nach Süden zu abzusehen. Ob es allerdings angesichts der Mächtigkeitszunahme von Hangschutt noch sinnvoll ist das Ganze fortzusetzen, bleibt abzuwarten. Zumindest einen weiteren "Probeschurf" nach ca. 1/2 m vom derzeitigen Ende aus sollte man schon noch in Angriff nehmen. Eventuell enden ja tatsächlich die Gipsschlotten zumindest in erreichbarer Oberflächennähe.  Die Arbeiten wurden wie schon geplant nun vorerst beendet. Das marode Geländer am Zugangsweg wurde provisorisch befestigt. Bisher hatte sich die Stadt darum noch nicht gekümmert. Der Fußabtreter an der Begrenzung der Geotopfläche hatte auch einen Liebhaber gefunden. Er war ja auch zur Zeit angesichts der Trockenheit nicht erforderlich. Ein Besucher des Geotops äußerte sich lobend über das Geotop und die Freilegungen am westlichen Ende.

Weitere Freilegungen an den bereits freigelegten GipsfelsenIst das Ende bald erreicht?


21.06.2015:

Fortsetzung der Freilegungen an den GS 1: Anlegen von drei Probeschürfen zur Erkundung des tatsächlichen westlichen Endes bzw. des Umbiegens im Untergrund nach Süden in Richtung der GS 2.

1. Schurfloch:  Nach ca. 50 cm von der letzten Markierung wurde das Anstehende in 15 cm erreicht. Die Gipsschlotten wurden um 1 m verlängert (neue Markierung).

2. Schurfloch : Nach ca. 1.10 m von der ursprünglichen Endmarkierung traf ich das Anstehende in nur 10 cm Tiefe ! Die Gipsschlotten wurden auf 1,60 m von der Endmarkierung verlängert! Nun war das "Ende" der GS 1 schon auf der Höhe des Steinhaufens.

3. Schurfloch: Nach ca. 2,30 m wurde das 3. Schurfloch angesetzt. Dieses Mal traf ich das Anstehende erst nach ca. 25 cm an. Im Loch ist ein Gipsfelsen zu sehen, der nun höchstwahrscheinlich zu enden scheint bzw. nach Süden abbiegt. Das würde auch zur Morphologie des Geländes passen. Die Gipsschlotten wurden um 2,70 m von der Endmarkierung aus erweitert.

Zu den ca. 6 Metern der schon vor einigen Wochen neu freigelegten bzw. erweiterten Gipsfelsen sind nun also noch einmal insgesamt ca. 2,70 m dazugekommen. Nachfolgend müssen die Lücken geschlossen werden, um ein Gesamtbild zu erhalten. Dafür müssten aber auch noch einige größere Wurzeln beseitigt werden. Die Freilegungen könnten zunächst stufenweise in einer Art Terrasse erfolgen. Jetzt wird auch wieder die Idee den Zugangsweg von der Verbindung zur zukünftigen Straße später am Rand der freigelegten Gipsschlotten verlaufen zu lassen, ins Leben gerufen. Das vorläufige Ende der noch vollständig freizulegenden Gipsfelsen befindet sich jetzt fast an der neuen Grenze des erweiterten Geotops. Der ursprünglich oben doppelt befestigte Drahtzaun wurde umgebogen und als vorläufige Abgrenzung (Verlängerung des Zaunteiles) am Hang befestigt. Damit soll verhindert werden das Besucher über den Hang schräg in das zukünftige Baugebiet am Ende der Freilegungen klettern.

Bis zum Tag des Geotops im September ist es realistisch die Freilegungen auch an den GS 1 endlich abzuschließen.

Am Nachmittag gab es neben einer "Schatzsuche" mit Minifeuerwerk eines Kindergeburtstages an den GS 1 eine zufällige Führung über beide Gipsschlotten mit Herrn L. Graefe, dem Besitzer des Aufschlusses 1 in der Schillstraße. Herrn Graefe waren die GS 2 aus früheren Zeiten nicht bekannt. Die Frau von Herrn Graefe kannte aber die Gipsschlotten 2 und  beide bestätigten das Wissen über Brauckmanns Garten, was ich schon vor Wochen von Herrn Eckardt erfuhr. Nun kann auch die Exkursion zum Tag des Geotops am Aufschluss 1 beginnend  am 20.9. 15 mit gutem Gewissen geplant werden.  

Überblick über die neuen Freilegungsschurflöcher am westlichen Ende der GS 1Detail von Schurfloch 3 mit dem wahrscheinlichen Ende der Ausgrabungen an den GS 1Eine Schatztruhe in den Gipsschlotten versteckt !Während der Führung mit Herrn Graefe entdecktes Gipsschlottenteil unterhalb vom Geotop


23.06.2015:

Fortsetzung der Ausgrabungen: Etwa 2 m nach der letzten Markierung (am 3. Schurfloch) wurde noch ein viertes Schurfloch am Hang im Niveau der Gipsaufschlüsse außerhalb des Geotopbereiches angelegt. Da nach ca. 60 cm, bzw. mit Stab nach gut 80 cm das Anstehende noch nicht erreicht wurde, beendete ich dort die Ausgrabungen. Auf Grund  der starken Bodenüberdeckung können weitere Abgrabungen in diesen Bereichen ohne technische Hilfe dann nicht mehr gemacht werden. Außerdem würden weitere Ausgrabungen bald die Ecke des zukünftigen Baufgebietes, wo die Treppenanlage angelegt werden soll, treffen. Auch im schrägen Anstich des Bodens wurde der Gips nach etwa 70 cm noch nicht angetroffen. Der Schurf wurde anschließend wieder verfüllt. Danach setzte ich die Abgrabungen zwischen der ursprünglichen Endmarkierung und dem ersten Schurfloch fort. Dabei wurde festgestellt, dass eine Gipsklippe im Bogen wieder nach vorne verlief und die Oberfläche fast erreichte. An der Spitze des Vorsprunges waren nur noch etwa 5 cm Erdauflage. Eine große Erdscholle lies sich am Ende der teilweisen Abgrabungen  leicht vom Gipsfelsen ablösen und bildete das Negativ des Gipsfelsens nach. Mit einer Besucherin des Geotops kam ich noch nach Beendigung der Ausgrabungen des heutigen Tages ins Gespräch. Die Arbeiten werden zeitnahe fortgesetzt.

24.-27.06.2015:

Aus Anlass der fast sensationellen Neuentdeckungen setzte ich jeden Tag zügig die Freilegungsarbeiten fort. Jetzt hatte ich es nicht nur mit Ausgrabungen von vorhandenen Strukturen zu tun (siehe Chroniken Teile 4, 5 und 6), sondern nach den Abgrabungen kamen völlig neue, bisher unbekannte Schlottenteile an die Oberfläche ! Von Osten nach Westen zu wurden die anstehenden Gipsfelsen bis in erreichbare Tiefe ausgegraben. Es kam noch eine gletschertopfartige Bildung zum Vorschein. Zwischen dem letzten Aufschluss der am westlichen "Ende" gelegenen Gipsklippe und den anderen Teilen besteht noch eine kleine Lücke. Diese wäre aber durch starken Wurzeleinwuchs sehr schwierig abzutragen. Nach dem Freilegen des absoluten Westendes (der Gipsfelsen biegt im Untergrund aber wieder etwas um!), beendete ich vorläufig die Abgrabungsarbeiten. Die neu freigelegten Gipsfelsen sind auch in ihrer Struktur und Ausbildung nun klar erkennbar. Die GS 1 scheinen  deutlich am westlichen Ende (letzte Gipsklippe) im Untergrund nach Südwesten bzw. nach Süden umzubiegen. Eine Wurzel diente als Dach (Abdeckung) am Ende der Abgrabungen und eine weitere Wurzel wurde als Stufe genutzt. Die Terrasse bleibt vorerst bis zum Tag des Geotops erhalten. Kleinere Nacharbeiten werden aber sicher bis zu diesem Tag noch notwendig werden. 

Hier einmal ein kurzer Überblick über die in der Vergangenheit erfolgten Freilegungen von schon an der Oberfläche zu sehenden Strukturen in damals öffentlich zugänglichen Teilen der GS 1:

Vom 15.11. bis 24.11. 2005 und am 5. 12. 2006 wurden die ersten mit Erde gefüllten Strukturen ausgegraben. (s. Teil 4). Es folgten aus Anlass von "100 Jahre Gipsschlotten" am 7.6. 2008, am 17.06., am 19.6. und am 20.6. 2008 weitere Ausgrabungen. (s. Chronik Teil 5). In der Chronik Teil 6 wurde am 13. 11. 2011 noch einmal an einer Schlotte etwas ausgegraben. Die neueren Freilegungen an den vorhandenen Strukturen im dazugekommenem Bereich westlich des Zaunes erfolgten erst nach dem 9.2. 2015.

Nach dem Abschluss der Freilegungen vor der Sommerpause wurden die Gipsschlotten 1 neu ausgemessen. Sie besitzen nach der "Wiedervereinigung" und nach den Abgrabungen/Freilegungen eine Länge von insgesamt ca. 35 m. 10,40 m sind neu dazugekommen! Vor der Erweiterung waren nur 24,60 m im öffentlich zugänglichem Bereich bis zum Drahtzaun zu besichtigen. Das sind jetzt fast ein Drittel mehr an Längsausdehnung als vor der Erweiterung und Abgrabung. Davon sind 2,75 m völlig neu ausgegrabene/freigelegte Bereiche! Der westliche Messpunkt wurde auf Grund der beginnenden Umbiegung des Gipsfelsens  im Untergrund noch um 5 cm nach Westen versetzt.

Eine Ausgrabung der Stufe (Hang) mit entsprechender Technik bis zu den Gipsschlotten 2 würde natürlich die Längsausdehnung noch erheblich erweitern! Lediglich durch eine gelogische Störung bedingt, wäre eine Lücke mit normaler Abfolge unmittelbar am Beginn der GS 2 vorhanden. Das ist von der Geologie und vom Verlauf der GS 1 im Untergrund auf Grund der Morphologie des Geländes zu erwarten! Man könnte auch davon ausgehen, dass die Gipsschlotten 1 und 2 mit einer Verbindung mindestens 130 m Gesamtausdehnung hätten (mit Bogen im Verlauf). Es würde sich da mit großer Wahrscheinlichkeit nur um Hangschlotten handeln. Das ist ein wahres "Gipsschlottenparadies"! Das zu verwirklichen wäre dann eine "Aufgabe" für zukünftige "Hobbygeologengenerationen" am Nord - und Westabhang des Hausberges bei Jena!

Rückantwort zum Umweltpreis durch den Fachdienst Umweltschutz. Hier ein paar Auszüge aus dem Schreiben:

...Sie haben sich mit dem Projekt Gipsschlotten 2 für den Umweltpreis beworben.... Auch wenn sie in diesem Jahr nicht zu den Preisträgern gehören und sich die Jury mehrheitlich für andere Bewerber entschieden hat, möchte ich Ihnen auf diesem Wege für Ihre Bemühungen zur Sicherung und Unterschutzstellung des geologischen Aufschlusses "Gipsschlotten 2" meine Anerkennung dafür aussprechen..... Ich hoffe, dass Sie weiter am Projekt festhalten und bin überzeugt, dass der neu entdeckte geologische Aufschluss auf ein breites Interesse stoßen wird. Dafür wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg.

MfG Günther Fachdienstleiterin

An den GS 2 wurde auf der Nottafel die Schrift teilweise erneuert.

Bildanhang 23.6.-27.6.:

Ein viertes Schurfloch außerhalb des Geotopbereiches traf das Anstehende nicht mehr an.Die erste Verbindung im oberen Bereich ist schon geschafft


Abgrabungsstadium 24.6.Abgrabungsstadium 25.6.


Abgrabungsstadium 27.6.vorläufiges Abgrabungsende Übersicht


30.06.2015:

Manchmal holt einen die Vergangenheit überraschend wieder ein. Beim Säubern von aktuellen Mineralienfunden wurde ich von einem meiner ehemaligen AG-Schüler aus den 1985er Jahren angesprochen. Er war bei der Ersteinrichtung des GL 1 damals im Zusammenhang mit dem Erschließen der GS 1 mit dabei. Lobend äußerte er sich über die jüngst dort vorgenommenen Freilegungsarbeiten am Geotop. Für die Wenigenjenaer Nachrichten wurde ein kurzer Artikel über die GS 1 und 2 eingereicht. Für das Mitteilungsblatt des TGV folgt ebenfalls ein Artikel über den Abschluss der Freilungsarbeiten an beiden Gipsschlotten. Die Lokalpresse wird erst kurz vor dem Tag des Geotops darüber informiert. Ein kurzer Rundgang am Nachmittag zu beiden GS zeigte deutlich, wie notwendig solche engmaschigen Kontrollgänge sind. Im Bereich der GS 1 (Geotop) waren gelbe Markierungspunkte am Geländer, an einem Stein des Steinhaufens, am Bauzaun, aber auch an zwei  kleinen Stellen am Gipsfelsen (auch im neu freigelegten Bereich) zu sehen! Diese Markierungen zogen sich dann an Bäumen u. a. bis ins Baugebiet oberhalb des Geotops hin. Offenbar sind es Hinweiszeichen einer Art "Geländespiel". Pfeile wiesen deutlich den Weg zu einem Baum am ehemaligen Bungalow. So lange solche Farbmarkierungen nicht auf die Gipsfelsen oder Erläuterungstafeln gesprüht werden, kann man so etwas  tolerieren. Das GL Symbol an der Bank wurde etwas angeklebt. Die Schrift auf der Nottafel an den GS 2 wurde fertig neu überschrieben (war teilweise verblichen). Das Geotop "Gipsschlotten 1" wird auch immer wieder als "Spielplatz" genutzt. So war die westl. Endmarkierung entfernt wurden und einige Steine des Steinhaufens waren in der Umgebung verteilt. Das wurde natürlich wieder alles in Ordnung gebracht. Ein weiterer Markierungspfahl war ja auch noch vorhanden.

Auf Grund der Datenfülle geht es ab Juli 2015 mit einem Teil 10 weiter: siehe Chronik Teil 10